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„Nicht sehen, nichts hören, nichts sagen“ - Das Motto der Öffentlichkeitsarbeit der Münchner Polizei? - Die Beamten haben nun dazu Stellung bezogen.

„Die schreiben nur, was sie wollen!!!“

Darum informiert die Münchner Polizei, wie sie es tut

Warum kommen Berichte der Münchner Polizei über ihre Einsätze und Fälle manchmal nur spät oder gar nicht? Die Beamten haben nun Stellung bezogen.

München - Ein ständiges Misstrauen, das vermeintliche wichtige Meldungen oder auch nur Details davon verschwiegen werde, macht nicht nur Nachrichtenredaktionen zu schaffen. Auch die Polizei sieht sich regelmäßig mit dem Vorwurf konfrontiert, nicht oder unvollständig über ihre Einsätze und Fälle zu berichten. Deshalb haben die Münchner Beamten reagiert und auf Facebook ihr Handeln erklärt.

„Die schreiben nur was sie wollen!!!“, "Die Polizei verschweigt, warum heute Nacht ein Heli unterwegs war!!!!" oder "Die Polizei verschweigt, warum heute Nacht ein Heli unterwegs war!!!!". Mit solchen Vorwürfen sieht sich die Münchner Polizei immer wieder konfrontiert. In einem Facebook-Post beziehen die Beamten nun offensiv Stellung zu solchen Vorwürfen.

Sie versuchen ihr Dilemma dabei mit einigen Beispielen zu belegen, wie vollkommen ehrliche und absolut aktuelle Mitteilungen an die Öffentlichkeit aussehen müssten. Etwa, dass die zeitgleiche Information der Öffentlichkeit bei laufenden Einsätzen dazu führen würde, das Verdächtige ebenfalls Bescheid wüssten oder sich Schaulustige einfinden würden. „Wollt ihr das wirklich? Wir nicht“, heißt es als erstes Fazit.

Jeden Tag etwa 1000 Fälle in Stadt und Umland

Jeden Tag würden sie etwa 1000 Fälle in Stadt und Landkreis München bearbeiten. Darunter finde sich alles; von solch alltäglichen Dingen wie einer zugeparkten Zufahrt über Ladendiebstähle und Schlägereien bis hin zu Tötungsdelikten. Dabei müsse eine gewisse Auswahl getroffen werden.

„Wir berichten von ungewöhnlichen oder herausragenden Straftaten und Ereignissen“, so die Beamten in ihrer Stellungnahme. „Wir berichten von neuen Kriminalitätsformen, besonderen Serienstraftaten und Delikten, vor denen wir euch warnen wollen.“ Dies geschehe „neutral, unabhängig von Herkunft und Nationalität der Beteiligten, aber auch ausdrücklich ohne Hysterie oder Angst vor der Kritik in der Kommentarfunktion.“ Dies geschehe „in den meisten Fällen aktuell, manchmal verspätet und selten gar nicht.“

Juristische Gründe und Datenschutz

Letzteres ist ihnen dann noch eine besondere Erläuterung wert. „Gar nicht? Jetzt doch ein Eingeständnis staatlicher Vertuschung?“, nehmen sie manchen Gedankengang vorweg. Sämtliche veröffentlichte Aspekte müssten auch unter dem Punkt Strafverfolgung und späteren juristischen Bewertung gesehen werden.

Im Einzelfall seien Absprachen mit der Justiz nötig. Teilweise gebe es auch juristische Gründe, um ein korrektes und objektives Verfahren zu ermöglichen. Daneben spiele auch der Datenschutz eine Rolle. “Wir sind keine Onlinepresse, wir sind eine Behörde“, fassen es die Autoren zusammen.

Lob auf Facebook

Bei Facebook-Nutzern kommt der Einblick in die polizeiliche Öffentlichkeitsarbeit gut an. Der entsprechende Facebook-Post wurde bis Freitagmittag schon fast 200 Mal geteilt, erhielt über 3300 „Gefällt mir“-Angaben und wurde über 120 Mal kommentiert. „Irgendwie ist man stolz auf ‚seine‘ Polizei!“, schreibt Barbara E. „Unsere Polizei macht das Klasse ... weiter so“, lobt Susanne R.. „Unglaublich das sich eine Behörde rechtfertigen muss“, klagt Evelyn H.

hs

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