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Frauke Petry im Hofbräukeller

AfD in München

Defiliermarsch für Petry

München - Bundesweit hatte dieser Auftritt schon im Vorfeld für Schlagzeilen gesorgt. Am Freitagabend durfte die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry im Münchner Hofbräukeller vor 400 Anhängern sprechen. Die befürchteten Krawalle blieben aus.

Es ist kurz vor 19 Uhr – Frauke Petry kommt im Hofbräukeller in Haidhausen an. Die AfD-Bundesvorsitzende nimmt den Hintereingang. So sehen sie die gut 100 AFD-Gegner, die seit einer Stunde in strömendem Regen in ihrem abgesperrten Bereich an der Inneren Wiener Straße stehen, nicht. Die Demonstranten aus dem linken Spektrum halten Transparente hoch, fordern „keine Räume für rassistische Hetze, keine Räume für die AfD“ und „Nazis raus“. Die befürchteten Krawalle bleiben aus. 120 Polizeibeamte sind im Einsatz. So bleibt es friedlich vor dem Hofbräukeller.

Drinnen geht es hingegen hoch her. Um 19.25 Uhr zieht Petry – zum bayerischen Defiliermarsch – in den Saal ein. Schick im dunkelblauen Blazer, mit knielangem roten Rock, heller Bluse, hohe beige Schuhe. 60 bis 70 Journalisten da, ein wahres Blitzlichtgewitter im rappelvollen Saal. Wilfried Biedermann, AfD-Kreisvorsitzender München Ost, geht vor ihr, hinter ihr ein Bodyguard. Dahinter schwenkt die Vize-Kreischefin Iris Wassill die weiß-blaue Fahne. Petry ist auf Einladung des Kreisverbandes München-Ost in die Landeshauptstadt gekommen. Zur solidarischen Demonstration eines Pegida-Ablegers kommen nur fünf Teilnehmer.

Biedermann verweist zunächst darauf, dass der Hofbräukeller etwa 100 Meter Luftlinie vom Landtag entfernt liege. „Und da wollen wir in zweieinhalb Jahren rein.“ Um 19.47 Uhr betritt Frauke Petry die Bühne und sagt; „Wir haben den Hofbräukeller gewählt, weil er viel Platz bietet.“ Damit spielt sie auf das juristische Tauziehen im Vorfeld der Veranstaltung an: Ricky Steinberg, Wirt des Hofbräukellers, wollte den Termin vergangene Woche noch absagen. Die AfD beantragte eine Einstweilige Verfügung gegen die Ausladung. Die 14. Zivilkammer des Landgerichts München I. entschied am Donnerstag, dass der Mietvertrag gültig ist. Steinberg muss die AfD am Freitag also wider Willen bewirten. Darauf geht auch Iris Wassill bei ihrer Begrüßung ein: „Wir hoffen, dass bei den Wirten ein Umdenken stattfindet. Wir sind eine vom Grundgesetz geschützte Partei. Wir wollen wie alle anderen Parteien gleichbehandelt werden.“ Beifall im Saal.

Freundlich behandelt wie alle anderen Gäste im Hofbräukeller werden die Besucher der Veranstaltung im ersten Stock. Die Hofbräukeller-Schilder im Saal hinter den AfD-Plakaten hat der Wirt aber abgehängt – hätte man ja auf einem Foto sehen können. Viele Zuhörer waren noch nie bei einer AfD-Veranstaltung. Als Petry sich am Anfang ihrer Rede danach erkundigt, hebt der halbe Saal die Hand. Unter großem Jubel sagt die Bundesvorsitzende: „Seehofer brüllt als bayerischer Löwe und landet als Bettvorleger in Berlin.“ Was sie damit meint: CSU-Ministerpräsident Horst Seehofer plappert AfD-Politik nach, kann aber nichts durchsetzen. „Das Volk sucht sich eine neue Volkspartei - und die heißt AfD“, ist sich Petry sicher. Die Frau mit der sportlichen Kurzhaarfrisur kommt gut an bei ihren Anhängern. Sie redet ohne Manuskript und ohne Punkt und Komma. Dass sich die Bundesvorsitzende fit hält, hat sie bereits vor dem Auftritt bewiesen. Mit Wilfried Biedermann war sie am Vormittag im Michaelibad beim Schwimmen.

Am Ende atmen auch die Wirtsleute auf. Wir sind froh, dass alles friedlich verlaufen ist“, sagt Seniorchef Günter Steinberg.

Klaus Vick und Stefanie Wegele

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