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Einweisung in die Psychatrie: Alfred W. wird im Landgericht für den Tod seiner Frau verurteilt.

Aggressivität wegen vaskulärer Demenz

Frau erdrosselt: 82-Jähriger muss dauerhaft in die Psychiatrie

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Das Urteil im Prozess gegen den demenzkranken Alfred W. ist schneller gefallen als erwartet. Der 82-Jährige kommt nie wieder auf freien Fuß, weil er seine Frau umgebracht hat.

München - Er hatte seine Frau Lydia (84) erdrosselt, nun muss Alfred W. (82) dauerhaft in der Psychiatrie bleiben. Am Freitag hat das Landgericht sein Urteil gegen den schwer an Demenz erkrankten Mann aus Aubing gesprochen. Er selbst nahm gar nicht mehr an der Verhandlung teil.

Vaskuläre Demenz heißt die altersbedingte Krankheit, die Alfred W. zu der Tat getrieben hat. Am 27. August 2016 schlug der ehemalige Boxer seine Frau zunächst mit mehreren Schlägen nieder, dann legte er ihr einen Strick um den Hals. Offenbar hatte er sich von ihr gegängelt gefühlt, obwohl sie ihn nur pflegen wollte.

Geständnis bei der Nachbarin

Nach der Tat war W. über die Terrasse zu seiner Nachbarin gegangen und hatte alles gestanden. Die Frau rief sofort die Polizei. Als die Beamten eintrafen, sagte Alfred W.: „Gut, dass ihr da seid. Ich habe meine Frau umgebracht.“

Vor Gericht galt der Rentner als schuldunfähig. Im Prozess hatte Richterin Susanne Reiß größte Mühe, überhaupt mit Alfred W. sprechen zu können, selbst durch Schreien erreichte sie sein marodes Gehör nicht immer. Nur am ersten Verhandlungstag musste der Rentner deshalb am Prozess teilnehmen - die Belastung war zu groß für ihn, zumal er selbst auch sehr unter der Tat leidet.

Urteil früher als erwartet

Überraschend fiel das Urteil nun bereits am zweiten Verhandlungstag und nicht erst Mitte kommender Woche. Juristisch sei die Tat als Totschlag zu werten, erklärte die Vorsitzende, allerdings könne Alfred W. dafür nicht bestraft werden. Stattdessen wird er nun dauerhaft in einer Klinik untergebracht.

Ein Pflegeheim sei keine Alternative, da W. krankheitsbedingt weiterhin zu Aggressionen neige und sich diese erneut entladen könnten, etwa gegen die Pfleger. „Sein Zustand ist kein vorübergehendes, sondern ein dauerhaftes Problem“, sagte die Richterin. Sie berief sich auf einen psychiatrischen Gutachter, der Alfred W. eine starke Beeinträchtigung seines Affekt- und Impulskontrollvermögens bescheinigt hatte. 

Schläge führten nicht zum Tod

Durch die Krankheit hatte der Rentner hohe Aggressionen aufgebaut, „die sich zum Tatzeitpunkt entladen haben“. Die Schläge allein hatten allerdings nicht zum Tod von Lydia W. geführt, wie Rechtsmediziner Randolph Penning im Prozess erklärte.

Alfred W. muss also in Haar bleiben, für den Rest seines Lebens. Bei ihm sei zwar noch eine gewisse Einsichtsfähigkeit vorhanden, deshalb bedauerte er auch im Prozess seine Tat, aber der Rentner kann sein Handeln nicht mehr steuern. Wie sein Sohn berichtete, hat Alfred W. nach einem Schlaganfall 2016 deutlich abgebaut. „Es ist nur noch die Frage, wie schnell die Demenz voranschreitet“, begründete die Richterin ihr Urteil.

Andreas Thieme

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