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Demo "Weidetiere statt Wolfsreviere" in München.

Protest in München

Almbauern demonstrieren gegen „den bösen Wolf“

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Über 100 Jahre lang gab es keine Wölfe mehr in Deutschland. Nun wächst die Population wieder - und wird immer mehr zum Streitthema. In München wurde am Montag demonstriert. 

München - Rund 300 Bauern aus Südtirol, Österreich und aus ganz Bayern haben am Montag in München für einen besseren Schutz von Weidetieren vor Wölfen demonstriert. Sie forderten die Umweltminister des Alpenraums auf, sich bei ihrem Treffen dafür einzusetzen. Der Punkt fehle auf der Tagesordnung bei dem Treffen am Montag in München, kritisierte der Vizepräsident des Bayerischen Bauernverbandes, Günther Felßner. Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) hatte ihre Ressortkollegen sowie Vertreter der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments und der Alpenkonvention in die Landeshauptstadt eingeladen. 

„Auf den Weiden und Almen werden immer mehr Kühe oder Schafe vom Wolf getötet“, klagt Felßner. Die Weidehaltung in den Alpen sei gefährdet. „Doch was die Alpen lebens- und liebenswert macht, sind doch nicht Wolfsreviere, sondern unsere Weidetiere.“

Rund 300 Bauern demonstrierten in der Landeshauptstadt. 

Politik will „Problemwölfe“ abschießen lassen

Zuletzt sorgte der Fund einer toten Frau in Griechenland für Aufsehen. Der zuständige Gerichtsmediziner geht davon aus, dass die 62-jährige Britin von Wölfen zerfleischt wurde. Eine Bestätigung dieses Verdachts soll eine DNA-Untersuchung bringen. 

Bundeslandwirtschaftminister Christian Schmidt (CSU) fordert den strengen Schutz der Wölfe in Deutschland zu lockern. „Wir müssen die Bestände auch durch Abschüsse so regulieren, dass für Mensch und Nutztierhaltung keine Gefahr vom Wolf ausgeht. Der Wolf ist das größte in Deutschland lebende Landraubtier und hat bei uns keine natürlichen Feinde“, zeigte sich der Minister im Interview mit der BILD besorgt

Auch die rot-grüne Landesregierung in Niedersachsen erklärte, dass man Wölfe in Ausnahmefällen abschießen lassen will, wenn diese zur Gefahr für den Menschen werden. "Wölfe, die sich Menschen gegenüber auffällig verhalten, sind zu beobachten und gegebenenfalls zu töten", heißt es in einem Eckpunktepapier, auf das sich Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) verständigten. Kritik kam von Naturschützern. Die „Problemwölfe“ wurden sogar zu einem Wahlkampfthema, am 15.Oktober wird der niedersächsische Landtag neu gewählt. 

Der Wolf ist durch das Bundesnaturschutzgesetz und EU-Richtlinien streng geschützt. Seit dem Jahr 2000 breiten sich die Raubtiere in Deutschland wieder aus. Die Naturschutzorganisation Nabu ging im Frühjahr 2017 davon aus, dass in Deutschland 70 Wolfsrudel bzw. Paare leben. Ein Rudel besteht aus zwei erwachsenen Wölfen und in der Regel zwei bis zehn Jungwölfen. Die regionalen Schwerpunkte der Wolfspopulation sind Brandenburg, Sachsen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Laut Bauernverband liegt der Wolfsbestand in Europa mittlerweile bei 15.000 bis 20.000 Tieren.

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