+
Die NPD hält am Marienplatz eine Mahnwache ab.

NPD demonstriert gegen Israel

München - In der Innenstadt kommt es in den nächsten Tagen zu einigen brisanten Demonstrationen. Die NPD protestiert heute Abend am Marienplatz gegen den „israelischen Terror“.

Eine Mahnwache zum Thema „Israelischen Terror stoppen!“ will der Bezirksverband Oberbayern der rechtsextremen NPD heute vor dem Rathaus abhalten. Die Demonstration von 18 bis 21 Uhr hatte sie beim Münchner Kreisverwaltungsreferat (KVR) beantragt. Zehn Teilnehmer mit Fahnen und Flugblättern erwartet die NPD zu der Versammlung. Das KVR genehmigte die Mahnwache – weil ein generelles Verbot rechtlich nicht möglich sei.

Das KVR untersagte der NPD allerdings, in einem zweiten Teil der Demonstration die Synagoge auf dem St.-Jakobs-Platz mit Schuhen zu bewerfen. Die Aktion sollte laut NPD-Antrag „symbolisch für das Bombardement auf Gaza“ stehen. Eine Gefahrenprognose des KVR ergab jedoch: Diese antisemitische Provokation einer rechtsextremen Gruppierung sei geeignet, die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu stören.

Die Münchner Polizei ist auf die NPD-Demo vorbereitet. Ein Sprecher sagte, man rechne mit zahlreichen Gegendemonstranten aus dem bürgerlichen und linken Lager.

Der Demonstrationsmarathon in der Münchner Innenstadt geht am Samstag weiter: Von 13 Uhr an demonstrieren Palästinenser am Odeonsplatz. Veranstalter Mohammad Abu Hamdan von der Palästinensischen Gemeinde München rechnet mit bis zu 2000 Teilnehmern. Die Veranstaltung richte sich gegen den israelischen Angriff auf Gaza, der wehrlose Menschen treffe, sagte Hamdan.

Nach einer Auftaktkundgebung ziehen die Demonstranten durch das Stadtzentrum: Vom Odeonsplatz über den Platz der Opfer des Nationalsozialismus zum Lenbachplatz und zum Stachus, von dort über Sendlinger Tor und Isartor zum Marienplatz. Dort soll zwischen 15 und 16 Uhr eine Schlusskundgebung stattfinden.

Die Gegenseite meldet sich am Sonntag zu Wort: Von 12 bis etwa 13.30 Uhr findet am Marienplatz eine Solidaritätskundgebung für Israel statt, organisiert von den pro-israelischen Vereinen „I like Israel“ und „AmEchad“. Die Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, wird an der Kundgebung teilnehmen. Zentrale Botschaft sei die Solidarität mit den Bürgern des Staates Israel, die seit Jahren dem Beschuss der radikal-islamischen Hamas ausgesetzt seien. „I like Israel“ rechnet mit 300 bis 500 Teilnehmern.

(mkn/jop)

Lesen Sie auch:

Charlotte Knobloch: "Der Konflikt wird einseitig dargestellt"

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Münchner Gericht entscheidet: Adeliger muss für Luxus-Krankenzimmer zahlen
Knapp 10.000 Euro Kosten für einige Wochen im Luxuszimmer eines Münchner Krankenhauses? Das war einem Prinz zu viel - er zahlte nicht. Nun hat das Landgericht München …
Münchner Gericht entscheidet: Adeliger muss für Luxus-Krankenzimmer zahlen
Abstieg in die Unterwelt: Mit Ilse Aigner in den Grundfesten des Maximilianeums
Das Maximilianeum wurde schon mit der Akropolis verglichen. Was kaum jemand weiß: Der Prachtbau, in dem der Bayerische Landtag beheimatet ist, hat eine faszinierende …
Abstieg in die Unterwelt: Mit Ilse Aigner in den Grundfesten des Maximilianeums
Mitbenutzung der Busspur? MVG-Aufstand gegen Pläne von Andreas Scheuer
Der Vorschlag, Busspuren für Elektro-Tretroller oder Fahrgemeinschaften freizugeben, stößt bei der MVG auf heftige Kritik. Dies würde den Linienverkehr ausbremsen, …
Mitbenutzung der Busspur? MVG-Aufstand gegen Pläne von Andreas Scheuer
Stammstrecke am Wochenende erneut gesperrt: Fahrgäste müssen Geduld mitbringen
Pendler sind in München auf die S-Bahn angewiesen. Doch immer wieder gibt es auch Störungen, Sperrungen und Ausfälle. Wir informieren Sie hier im News-Ticker.
Stammstrecke am Wochenende erneut gesperrt: Fahrgäste müssen Geduld mitbringen

Kommentare