Deutsches Museum: Denkmalschutz könnte Neubau verhindern

München - Kunstminister Heubisch würde den alten Kongresssaal am deutschen Museum gerne abreißen und dort einen Konzertsaal bauen. Doch der Denkmalschutz könnte seine Pläne durchkreuzen.

An der Stelle des legendären Kongresssaals im Deutschen Museum könnte der neue Münchner Konzertsaal entstehen. Wie berichtet hat das eine von Kunstminister Heubisch eingerichtete Arbeitsgruppe vorgeschlagen. Der Minister selbst macht keinen Hehl daraus, dass er am liebsten einen Neubau errichten würde.

Das wird nicht einfach, denn das frühere Forum der Technik steht unter Denkmalschutz. Wie Marc Binder, der Sprecher des städtischen Planungsreferats, dieser Zeitung bestätigte, ist es als einzelnes Denkmal eingetragen, nicht als Teil des Museums. In einer Mitteilung des Ministeriums hieß es gestern, es solle untersucht werden, ob ein Abbruch des Kongresssals zu einer „Schmälerung des Denkmalwertes des Gesamtkomplexes führen könnte“. Wird ein Antrag auf Abbruch des Gebäudes aus den 1930er-Jahren gestellt, landet der im Planungsreferat.

Schiebt das nach Anhörung des Landesdenkmalamts einen Riegel vor, könnte nicht abgerissen werden. Für diesen Fall will Heubisch prüfen lassen, wie ein „Konzertsaal mit erstklassiger Akkustik und einer Sitzkapazität von mindestens 1800 Plätzen“ in das Gebäude integriert werden könnte.

Gestern erklärte das Ministerium offiziell, dass neben der Isar-Insel nur noch der Finanzgarten zur Debatte steht. Noch am Dienstag hatte es aus dem Umfeld der Arbeitsgruppe geheißen, ein Areal am Circus Krone wäre noch im Rennen.

Als wahrscheinlich gilt nun, dass es auf einen Neu- oder Umbau auf der Isar-Insel hinausläuft. Im Museum selbst hätte man nichts gegen einen Abbruch. „Damit hätten wir kein Problem“, sagt Museums-Sprecher Bernhard Weidemann. Das Museum hat das Gebäude zurückgekauft, nachdem es in den neunziger Jahren privatisiert worden war. Im alten Kongresssaal sind noch die drei Kinosäle aus dieser Zeit untergebracht. Möglicherweise werden sie wieder zu einem Konzertsaal - so wie es von 1935 bis 1992 war.

Mit praktischen Problemen rechnet das Museum nicht. Die Ausstellung ist in einem anderen Gebäude untergebracht. Auch für die Parkplatzfrage hat Weidemann eine Lösung: „Es gibt ja die Garage am Gasteig.“

Heubisch warnt aber schon vor Euphorie. „Wir stehen ganz am Anfang eines Prozesses.“ Kritik an dem Standort gibt es bisher kaum. Nur einer zeigt sich ungewohnt schweigsam. 150 Millionen Euro könnte ein Neubau kosten. Finanzminister Söder war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Felix Müller

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Der Münchner Wohn-Wahnsinn in Zahlen - Statistiken aus der Landeshauptstadt
Wir haben für Sie den gesamten Kosmos des Münchner Wohnens in Zahlen aufbereitet – von der Zahl der Wohnungen über den durchschnittlichen Quadratmeterpreis bis zum …
Der Münchner Wohn-Wahnsinn in Zahlen - Statistiken aus der Landeshauptstadt
Drama am Isar-Hochufer: So geht es Frauchen und Hund nach sieben Stunden Todesangst
Es war ein Drama am Isar-Hochufer: Sieben Stunden hatten Hund und Frauchen Todesangst. So geht es den Geretteten jetzt. 
Drama am Isar-Hochufer: So geht es Frauchen und Hund nach sieben Stunden Todesangst
Truderinger Träume: So könnte der Ortskern schon in vier Jahren ausgehen
Was wird aus Trudering? Das Baureferat hat nun Pläne vorgestellt, wie der Ortskern in vier Jahren aussehen könnte. 
Truderinger Träume: So könnte der Ortskern schon in vier Jahren ausgehen
„Auf der Isar geht‘s schon zu wie auf der A95“: Schlauchboot-Verbot droht
Das Wasser plätschert, am Ufer ziehen die Bäume vorüber – es ist schon ein traumhaftes Erlebnis, so eine Schlauchbootfahrt auf der Isar.
„Auf der Isar geht‘s schon zu wie auf der A95“: Schlauchboot-Verbot droht

Kommentare