Vergnügte Besucher des Rondells am Gärtnerplatz. Fkn:

„Die Anwohner haben Verständnis“

München - Die heißen Tage der letzten Woche haben die Münchner bis tief in die Nacht auf die Straßen, in die Biergärten und an die Isar getrieben (siehe oben). Die Zahl der Beschwerden wegen Ruhestörung liegen darum laut Polizei etwas höher als in den Wochen zuvor.

Dennoch scheinen die Anwohner gerade in den Vierteln, in denen besonders viele Nachtschwärmer unterwegs sind, Verständnis zu zeigen.

Die Polizei musste am letzten Samstag 143 Mal wegen Ruhestörung ausrücken, am letzten Sonntag 163 Mal. Am - weitaus kühleren - Wochenende zuvor waren es 114 beziehungsweise 110 Ruhestörungen. Auch während der vergangenen Woche lagen die Zahlen etwas über denen der Wochen zuvor. „Das ist wohl ein kleiner Trend wegen des heißen Wetters“, bestätigt ein Sprecher der Polizei.

Freilich erfasst man im Präsidium weder, in welchen Vierteln die Ruhestörungen ihre Schwerpunkte haben, noch die genaue Ursache. „Das können natürlich auch private Partys sein oder ein zu lauter Staubsauger“, sagt auch Daniela Schlegel, die Sprecherin des Kreisverwaltungsreferats. Das Amt registriert naturgemäß die meisten Beschwerden in den Vierteln mit viel Gastronomie. Über die vergangene Woche könne man freilich noch nicht viel sagen, meint Schlegel, weil die Polizei den betroffenen Wirten erst ein Anhörungsrecht gewähre.

Zu den Spitzenreitern dürfte die Isarvorstadt gehören. Doch bei Alexander Miklosy von der Rosa Liste, dem örtlichen Bezirksausschussvorsitzenden, blieben die Anwohnerbeschwerden bislang aus. „Wir haben halt Urlaubszeit“, sagt er. Man sei ja auch einiges gewohnt: „Ich wohne in der Baaderstraße, da ist der Geräuschpegel der Freischankflächen ein natürlicher Vorgang wie der Wechsel der Jahreszeiten.“

Auch Ulrike Bührlen wohnt im Glockenbachviertel und sitzt für die Grünen im Bezirksausschuss. „Die Leute, die im August in München sind, haben einfach abends das Bedürfnis, nach draußen zu gehen“, meint sie. „Dafür haben die Leute Verständnis.“ Bührlen veranstaltet mit den „Urbanauten“ auch den Kulturstrand, der bis zur vergangenen Woche neben der Uni gastiert hat. „Da hätten wir das heiße Wetter brauchen können.“

Als der Strand noch an der Corneliusbrücke lag, war er Miklosy ein steter Dorn im Auge - weil nach Meinung des BA-Chefs viele Strandbesucher in der Nacht lautstark zum Gärtnerplatz gepilgert seien. „Das dürfte sich kaum geändert haben, weil die Leute jetzt stattdessen an der renaturierten Isar sitzen.“ Dass sich dennoch kein Bürger bei ihm beschwert habe, sei „ein gutes Zeichen. Vielleicht hat die Mediation, die wir im Mai mit den Freizeitnutzern und den Anwohnern durchgeführt haben, eine Sensibilisierung bewirkt? Man wird ja noch träumen dürfen.“

Johannes Löhr

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