1. Startseite
  2. Lokales
  3. München
  4. Stadt München

Diese Woche kommt der Frühling

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null

München - Endlich gute Nachrichten von der Wetterfront: Spätestens am kommenden Wochenendesoll sich in ganz Deutschland der Frühling durchsetzen. Zunächst werde es zwar noch ein paar Tage wechselhaft bleiben, sagte Meteorologe Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst(DWD). Am nächsten Wochenende jedoch werde es besser.

- Bislang ist das Wetter in Deutschland wenig frühlingshaft. Können Sie für diese Woche Hoffnung auf Besserung machen?

Wettervorhersagen funktionieren bis etwa zehn Tage. Das derzeitige Wechselwetter wird noch ein paar Tage anhalten. Dazu gehört gelegentlich, am Alpenrand auch häufiger, etwas Regen. Die Tageshöchsttemperaturen steigen allmählich auf Werte zwischen 15 und 21 Grad an. Am nächsten Wochenende jedoch überwiegt von Samstag bis Montag voraussichtlich freundliches und frühlingshaft warmes Wetter bei nur geringer Schauerneigung.

- Steht ein schöner Sommer bevor?

Seit Anfang des Jahres erstellt der DWD tatsächlich auch Jahreszeitenvorhersagen. Das sind nun keine Wettervorhersagen im üblichen Sinn, sondern eher Witterungstrends, die sich manchmal schon frühzeitig für die nächsten sechs Monate erkennen lassen. Demzufolge gibt es derzeit eine signifikante Wahrscheinlichkeit dafür, dass Juni und Juli gegenüber den langjährigen Mittelwerten vor allem im Norden eher etwas zu warm ausfallen werden.

- Wie häufig stimmen Ihre Jahreszeitenvorhersagen?

Wir haben diese in einem Projekt mehrere Jahre zusammen mit deutschen Energieversorgern erfolgreich getestet. Würde man würfeln, läge man bei 33 Prozent. Unsere Trefferwahrscheinlichkeit lag bei etwa 60 bis 70 Prozent.

- Der Klimawandel und infolge dessen die Erwärmung sind Topthemen. Das scheint ja angesichts des kühlen Frühjahrs doch nicht so ganz zu stimmen. Inwieweit wirkt sich der Klimawandel denn auf das aktuelle Wetter aus?

Das einzelne Wettergeschehen oder auch ein einzelner Sommer definiert ja nicht den Klimawandel. Wetter ist grundsätzlich erstmal chaotisch. Die Trends unseres Klimas lassen sich erst erkennen, wenn man 30 Jahre und mehr zusammenfasst. Und da erkennt man ganz eindeutig die Erwärmung unseres Planeten seit 100 Jahren. Und es geht beschleunigt weiter. So werden "Jahrhundertsommer", wie der von 2002, im Schnitt künftig vielleicht alle zehn Jahre auftreten.

- Hat der Klimawandel nicht auch sein Gutes? Wenn es wärmer wird, muss beispielsweise weniger geheizt werden...

Es wird Gewinner und Verlierer geben. Zwar reduziert sich der Heizenergiebedarf im Winter. Dafür aber muss man im Sommer mehr kühlen, denn die Zahl der Sommertage wird sich bis 2100 möglicherweise verdoppeln. Zu den Gewinnern zählt wahrscheinlich die Touristik- Branche in Norddeutschland und in Skandinavien. Zu den Verlierern gehört unter anderem der Wintersport in den Mittelgebirgsräumen. Global gesehen gibt es aber sicherlich mehr Verlierer.

Das Gespräch führte Holger Mehlig

Auch interessant

Kommentare