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OB Dieter Reiter.

Hitzige Debatte

Diesel-Fahrverbot: So reagieren unsere User und OB Reiter

Es ist das Aufreger-Thema derzeit in München: Das Diesel-Fahrverbot, über das OB Reiter nachdenkt. Auch bei unseren Usern sorgt die Meldung für Diskussionen.

München – Diese Meldung lässt viele Autofahrer in der bayerischen Landeshauptstadt aufhorchen: Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) denkt über ein flächendeckendes Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge nach. Grund sind die hohen Abgaswerte in der Münchner Luft.

Am Mittwoch hat sich Reiter zu der Diskussion um das Fahrverbot geäußert. In einer offiziellen Mitteilung heißt es: „Nachdem aktuelle Zahlen nahelegen, dass es deutlich mehr Überschreitungen der Grenzwerte in München gibt, als bisher angenommen, ist kurzfristig Handlungsbedarf gegeben.“

Die Schadstoffbelastung müsse kurzfristig und dauerhaft reduziert werden. „Dabei muss, wenn es keine anderen Lösungen gibt, auch über Zufahrtsbeschränkungen nachgedacht werden.“ Es gehe schließlich um nicht weniger als die Gesundheit der Münchner Bürger und für diese wolle er alles tun. Und natürlich werde es im Falle eines Diesel-Fahrverbots Ausnahmeregelungen geben.

Diesel-Autos mit Euro-6-Norm dürfen weiterhin fahren

Nicht nur die Wirtschaftsverbände sind entsetzt. Im Internet haben einige Leser heftige Kritik an Reiters Plänen geäußert.

Auf der Facebookseite von Merkur.de etwa schreibt Sabine G.: „Und die, die in der Stadt wohnen und einen Diesel fahren, müssen ihn dann verkaufen, oder wie?“. Sie verweist außerdem darauf, dass einige Arbeitnehmer – beispielsweise Schichtarbeiter – auf ihr Auto angewiesen seien.

Auch Handwerker brauchen in der Stadt ein Auto, schreibt Facebook-Nutzer Andreas M.. Von den 720.000 zugelassenen Autos in München haben insgesamt 295.000 einen Dieselmotor. Doch was ist mit den städtischen Diesel-Fahrzeugen wie Taxis oder Bussen, fragt User Walter G. Diese will er von dem Verbot ausnehmen, sagte Reiter der SZ. Weiterhin in der Stadt fahren dürfen auch die neuesten Diesel-Autos mit Euro-6-Norm. 

Leser reagieren wütend – aber auch froh

Einige User wettern gegen den Rathauschef, bezeichnen ihn etwa als „untragbar für diese Stadt“. Auch auf der Facebookseite von tz haben zahlreiche Nutzer diskutiert. 

Sebastiano L. fordert, dass das zuerst einmal andere Verkehrsprobleme gelöst werden müssten. Das Umland müsse besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln vernetzt werden. Die Autobahn 8 zwischen der Landeshauptstadt und Stuttgart sei regelmäßig verstopft. Die Politik sollte nicht die ärmeren Autofahrer bestrafen sondern „endlich die Hersteller in die Pflicht nehmen“, meint Dani E. Die Konzerne sollten trotz höherer Kosten verpflichtet werden, alle ihre Fahrzeuge umzurüsten. Deswegen würden sie nicht pleite gehen.

Doch es regt sich nicht nur Widerstand gegen das Diesel-Fahrverbot. „Fakt ist, dass die Luftverschmutzung eingedämmt werden muss“, meint Werner S. Michael W. forert: „Dieselstinker raus aus München!“ Und auf tz.de schreibt Nutzerin Tami. „Danke Herr Reiter! Endlich einer, dem die Gesundheit und das Leben seiner Bürger wichtiger ist, als freie Fahrt für Dieselstinker!“ Wer auf sein Auto angewiesen sei, wie etwa ein Handwerker, bekomme ja eine Ausnahmegenehmigung.

Münchner Grüne plädieren für eine Radoffensive

Eine Radoffensive wünschen sich die Grünen. Es müsse eine konkrete Verkehrswende stattfinden, heißt es in einer Mitteilung. Eine Maßnahme: der Ausbau der Radinfrastruktur und des öffentlichen Nahverkehrs. Gudrun Lux, Vorsitzende der Münchner Grünen sagt: „Wir brauchen ein durchgehendes Netz sicherer Radwege. Es muss endlich Schluss sein mit der jahrzehntelangen Bevorzugung des Autos mit dem Luftverpester Verbrennungsmotor.“

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat sich indes ebenfalls für das Diesel-Verbot ausgesprochen. Außerdem beharrt die Organisation darauf, dass die Regelung auch für Euro-6-Fahrzeuge gilt. „In vielen Fällen sind diese Fahrzeuge sogar um ein Mehrfaches schmutziger als zehn Jahre alte Euro-4-Diesel“, so DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Notfalls will die Deutsche Umwelthilfe das Verbot für Euro-6-Fahrzeuge vor Gericht erstreiten. Für die nächsten Tage will die DUH außerdem die Ergebnisse neuer Messungen an Euro-6-Autos veröffentlichen.

Umfrage: Was sagen Sie zum Diesel-Fahrverbot?

Wird es in der Zukunft in mehreren große Städten Fahrverbote geben? Noch lässt dich das nicht mit Gewissheit sagen. In München jedenfalls ist die Diskussion noch nicht beendet. Was sagen Sie zum Diesel-Verbot in der bayerischen Landeshauptstadt?

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