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Di Angeklagten vor Gericht.

Betrüger-Bande ergaunerte 61.000 Euro

Mit diesem miesen Trick zockten sie 15 Senioren ab

München - Prozessauftakt am Mittwoch gegen fünf mutmaßliche Betrüger. Sie sollen insgesamt 15 Senioren abgezockt und um ihr Erspartes gebracht haben.

Keinen Job. Keine Manieren. Kein Geld. Und vor allem: kein Herz. Diese Typen sind einfach nur widerlich!

Prozessauftakt am Mittwoch gegen fünf mutmaßliche Betrüger vor dem Landgericht. Danny M. (26), Markus M. (32), David M. (29), Walter M. (40) und Alexander G. (40) sollen insgesamt 15 Senioren abgezockt und um ihr Erspartes gebracht haben. Ihnen wirft die Staatsanwaltschaft gemeinschaftlichen Bandenbetrug vor.

Am 18. Mai 2015 sollen sich die Männer für einen perfiden Plan verabredet haben: Gezielt wollten sie laut Anklage Senioren abzocken. Die fiese Masche: Sie gaben sich am Telefon als Polizisten oder Bankangestellte aus, die die Senioren warnen wollen, weil Falschgeld im Umlauf sei. Laut Anklage forderten sie die Senioren im Gespräch auf, ihr gesamtes Bargeld zu holen. Die Begründung: Die Seriennummern der Scheine müssten auf Fälschungen überprüft werden. Und zwar dringend…

Ein Schreck für die Senioren! Ihnen sollen die Männer vorgegaukelt haben, dass der Buchstabe X im Zahlencode auf der Rückseite die Fälschung entlarve. Tatsächlich bezeichnet der Buchstabe den Ländercode: Das X steht für in Deutschland produzierte Scheine.

Code

Land

X

Deutschland

Y

Griechenland

M

Portugal

V

Spanien

S

Italien

U

Frankreich

P

Niederlande

N

Österreich

Aber wer weiß das schon? Die Opfer jedenfalls waren ahnungslos. Auf sie soll die Bande starken Druck im Telefonat ausgeübt haben. „Geben Sie bloß nicht Ihrer Bank Bescheid – die hängen da mit drin“, lautete einer der Befehle. Stattdessen sollten die Senioren das Bargeld lieber selbst abheben. Damit die mutmaßlichen Betrüger es an der Haustüre abholen können!

17.200 Euro. 10.000 Euro. 7000 Euro. So hoch war der Schaden im Einzelfall – auf insgesamt 61.000 Euro beziffert ihn die Ermittler. Die Angeklagten schweigen zu den Vorwürfen – bis auf Danny M. Als einziger gestand er die Taten gestern und stellte sich damit auch gegen seine Verwandten. „Ich war erschreckt, dass die Masche funktioniert hat“, sagte er. „Ich habe einen Anruf bekommen und bin dann zu der jeweiligen Adresse gefahren.“ Und nahm die Scheine der gutgläubigen Senioren entgegen.

Sein Motiv: Geldprobleme. Deshalb vergaß Danny M. nicht nur, was Recht ist, sondern auch seinen Anstand. Ihm und den übrigen Angeklagten droht eine Haftstrafe. Ab heute müssen sie ihren Opfern in die Augen sehen, die aussagen werden. A. Thieme

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