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Stadtdekanin Barbara Kittelberger muss die Dekanatssynode jetzt in einen noch härteren Sparkurs führen.

Nach Finanzskandal: Stadtdekanin bleibt im Amt

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Stadtdekanin Barbara Kittelberger trägt einen Teil der Verantwortung für die folgenschweren Fehlspekulationen im Kirchengemeindeamt München. Ihr Gehalt wird gekürzt, sie bleibt jedoch im Amt. Das ist das Ergebnis eines Disziplinarverfahrens, das gestern bekannt gegeben wurde.

Wie berichtet, hatte der Finanz-Abteilungsleiter Andreas R. Rücklagen des Dekanats und mehrerer Kirchengemeinden in sogenannten Mittelstandanleihen angelegt – ohne die gebotene Risikostreuung bei vier Firmen, die ab Mitte 2013 in die Insolvenz rutschten. Eine realistische Chance, von den rund 13 Millionen Euro noch einmal etwas zurückzubekommen, sehen Fachleute nicht mehr.

Die Hauptverantwortung, das hatte bereits im Februar ein Prüfbericht der Landeskirche gezeigt, lag bei R., der klare Vorgaben missachtet hatte, und bei Amtsleiter Heinz W., der den Abteilungsleiter offenbar ohne Kontrolle gewähren ließ. Gegen beide ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Untreue.  Als Dienstvorgesetzte des Kirchengemeindeamts stand auch die Stadtdekanin in der Verantwortung. Sie beantragte die Einleitung eines sogenannten Selbstklärungsverfahrens, das einem Disziplinarverfahren gleichkommt. Diese Untersuchung ist nun abgeschlossen. Die Prüfer stellten fest, dass die Stadtdekanin „bei der ihr obliegenden Aufsicht über das Kirchengemeindeamt und seinen Geschäftsführer ihre Amtspflicht verletzt hat“.

Die Strafe: „Die Dienstbezüge von Frau Kittelberger werden für drei Jahre um fünf Prozent gekürzt. Gleichzeitig wird sie für die nächsten fünf Jahre, also bis zum Ende ihrer Amtszeit und den Eintritt in den Ruhestand, von der Aufsicht über das Kirchengemeindeamt und dessen Geschäftsführer entbunden", meldete die Landeskirche gestern. Alle anderen Leitungsaufgaben, die sie seit Beginn des Verfahrens hatte ruhen lassen, nimmt Kittelberger damit ab sofort wieder wahr. 

Kittelberger, die auf der Landessynode in Regensburg weilt, wollte sich gestern nicht zu dem Thema äußern. Laut Landeskirche hat sie die Disziplinarmaßnahmen akzeptiert.

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