Ditim räumt Spenden-Mangel ein

In der Debatte um die Finanzierung der Moschee in Sendling meldet sich nun der Moschee-Verein "Ditim" selbst zu Wort.

Der Vorstand nahm offen Stellung zu den aktuellen Geldproblemen: Viele Unterstützer der Moschee hätten das Vertrauen in das Projekt verloren, als ein Gerichtsurteil den Bau verzögerte, hieß es. Seither habe der Verein kaum Spenden eingenommen. Die Moscheeplaner sind aber optimistisch, die nötigen Gelder dennoch zu erhalten.

Wie berichtet, hatte Ditim das Moschee-Areal am Gotzinger Platz von der Stadt gekauft, die fällige Grunderwerbsteuer aber nicht vollständig entrichten können. Die Stadt musste vorerst die Schulden von Ditim begleichen. Die Rathaus-CSU warf daraufhin die Frage auf, ob der Verein den Moscheebau überhaupt bezahlen könne.

"Wir sind auf Spenden angewiesen, um unser Projekt zu finanzieren", räumte der Ditim-Vorstand nun in einer Mitteilung ein. Noch im Jahr 2005 seien die Spendeneinnahmen sehr gut gewesen. Dann kamen die Rückschläge: zunächst der Widerstand des Freistaats gegen das Moscheeprojekt und dann das Urteil des Verwaltungsgerichts 2007. Die Richter hatten den Bau vorläufig gestoppt und einen Bebauungsplan für die Moschee gefordert. Viele potenzielle Spender hielten das Projekt daraufhin für gefährdet. Seither seien die Spenden fast versiegt. Zudem seien viele Muslime erschüttert von den "massiven Anfeindungen, die das Moschee-Projekt ausgelöst hat" - das habe das Spendenproblem verschärft.

Doch Ditim bleibt optimistisch: Man warte nun darauf, dass der Bebauungsplan die rechtlichen und politischen Voraussetzungen für den Moscheebau schaffe. Dann habe man Planungssicherheit, und die nötigen Spenden würden wieder fließen. Auch die alte Moschee-Immobilie an der Schanzenbachstraße könne man dann verkaufen, sagte der Moscheebeauftragte Önder Yildiz. Ditim wisse, dass man im Juni 2009 die Finanzierung nachweisen müsse, so der Vorstand. "Darauf arbeiten wir hin." Schon im Herbst 2008 befindet der Stadtrat über den Bebauungsplan.

Zudem entschuldigte sich Ditim, dass man auf die Kritik erst jetzt reagiere. Die meisten Vorstände seien bis vor kurzem im Urlaub gewesen. jop

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