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Empfängerin und Spender: Horst Lippert aus Aschaffenburg rettete Katy Chaney aus San Antonio, Texas, mit seiner Knochenmarkspende im Jahr 2003 das Leben.

DKMS organisiert ergreifendes Treffen

Leukämie-Patientin Katy trifft ihren Lebensretter

München - Ergreifendes Treffen: Im Jahr 2003 rettete Horst Lippert der damals noch 8 Jahre alten Amerikanerin Katy mit einer Knochenmarkspende das Leben. Nun trafen sich die beiden erstmals.

Sie kennen sich nicht. Sie haben sich noch nie gesehen. Dennoch läuft Katy Chaney in einem Münchner Hotelzimmer einem fremden Mann sehnsüchtig entgegen, schaut ihm tief in die Augen – und fällt ihm schließlich in die Arme. Dann flüstert sie ein kaum hörbares „Thank you“.

Eine herzergreifende Szene, die vier Kameras und 15 Journalisten beobachten. Der Grund: Einst hatte die inzwischen 21-jährige Katy Leukämie, Blutkrebs – und Horst Lippert rettete ihr das Leben: mit einer Knochenmarkspende. Nun sehen sich die beiden zum ersten Mal. Organisiert hatte die Spende und das heutige Treffen die Deutsche Knochenmarkspenderdatei.

Als Katy Chaney vier Jahre alt ist, erhält sie die Diagnose Leukämie. Ein Schock – für die Eltern und das Kind. Doch die Ärzte in New Jersey nehmen Katys Familie erst mal die Angst: Der Blutkrebs sei früh erkannt worden, eine Heilung binnen 20 Monaten vorstellbar. Ein Irrtum, wie sich später herausstellen sollte.

Katy Chaney

Katy muss fortan viele Operationen und Chemotherapien überstehen. „Das Schlimmste waren die sogenannten Lumbalpunktionen“, erinnert sich Katy heute. Doch die Eltern haben damals einen Trick: „Wir versprachen Katy vor jedem Eingriff, dass sie hinterher eine Barbie bekommt“, erzählt ihre Mutter Lisette Chaney. Der Barbie-Fan bleibt also immer tapfer – „und am Ende hatten wir Unmengen an Puppen daheim“, erzählt die Mama heute. 2003 folgt dann „ein Akt Gottes“, wie es Katy selbst nennt: Ihr Papa nimmt eine neue Arbeit an, die Familie zieht nach Houston in Texas. Und dort stellen die Ärzte erstmals fest: Ohne Knochenmarkspender wird Katy nie mehr gesund.

Doch weder die Eltern noch die kleine Schwester kommen als Spender in Frage. Aber weil Katy ein Mädl mit „Durchschnitts“-Werten ist, findet sich ein Spender: ein Fremder aus Europa. Genauer: Horst Lippert aus Aschaffenburg. Dessen damalige Kollegen und er hatten sich 1998 für einen kranken Buben aus der Gegend registrieren lassen. Ihm konnte Lippert zwar nicht helfen – Katy aber schon.

Seit der Spende 2003 ging es mit dem Mädl aufwärts, Katy wurde gesund. Im Winter will sie mit ihrem Jura-Studium in New York anfangen. Und: Sie will Horst Lippert besser kennenlernen: „Er ist jetzt ein Teil meiner Familie.“

Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei

Dr. Christine Theiss.

„Jeder weiß, wie man sich bedankt, wenn man ein Weihnachtsgeschenk bekommen hat“, sagt die Mutter von Katy Chaney, Lisette, zum Lebensretter ihrer Tochter Horst Lippert in München. „Aber wie bedankt man sich bei jemandem, der einem ein neues Leben geschenkt hat?“ Ähnliche Gedanken werden auch andere Familien haben, die eine solche Hilfe erhalten haben. Lippert ist einer von 4 336 673 in Deutschland registrierten Spendern bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei. Weltweit sind es 6 025 347. Pro Monat werden 380 Stammzellen an Blutkrebspatienten im In- und Ausland vermittelt, in Deutschland sind es pro Tag 15. Doch Lippert ist nicht nur Spender, er ist ein aktiver Spendensammler: Beim „StaplerCup 2015“, den Meisterschaften im Staplerfahrern, organisierte er 12 500 Euro. Am Montag übergab er die Summe an DKMS-Unterstützerin Christine Theiss.

Angelika Mayr

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