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Double ohne Original: Stefan Murr (links, bei den Proben) wird Alexander Dobrindt auf dem Nockherberg nicht begegnen.

Starkbieranstich

Nockherberg: Minister Dobrindt kneift

  • vonPeter T. Schmidt
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München - Er ist der einzige Oberbayer im Bundeskabinett, hat es zum ersten Mal ins Nockherberg-Singspiel geschafft – und wird beim Starkbieranstich am Mittwoch nicht dabei sein. Verkehrsminister Alexander Dobrindt hat wegen des Maut-Ärgers in Berlin abgesagt.

Update, 25. Februar: Hier gibt es aktuelle Stimmen, Reaktionen und Sprüche rund ums Politiker-Derblecken: Auch zum Nockherberg 2015 bieten wir einen Live-Ticker mit den wichtigsten Hintergrund-Infos, die man im Fernsehen nicht sieht.   

Er habe Angst, am Donnerstagmorgen zu spät im Bundestag zu sein, wenn dort die Pkw-Maut diskutiert wird, für die er verantwortlich ist, sagte Dobrindt gestern auf Nachfrage. „Da muss ich reden. Ohne Verkehrsminister wäre die Debatte nicht vorstellbar. Ich kann das Risiko nicht eingehen, zu spät zu kommen.“ Dobrindt sagte, er wolle das Spektakel am Fernseher verfolgen, und wünschte seinem Double Stefan Murr viel Glück: „Er ist nicht zu beneiden – es hätte leichtere Charaktere gegeben als mich…“ „Wenn er am Mittwoch Wichtigeres oder Schöneres zu tun hat, kann man ihm daraus natürlich überhaupt keinen Vorwurf machen“, kommentierte Murr die Absage des Peißenbergers und fügte nockherberg-typisch hinterfotzig hinzu: „Die letzten beiden Politiker habe ich ja nur je einmal gespiel. Eventuell verpasst Herr Dobrindt somit die einmalige Chance am Nockherberg auf der Bühne zu stehen.“

Dobrindt ist nicht der Einzige, der fehlen wird. Dass Bundeskanzlerin Angela Merkel dem bayerischen Spektakel fernbleibt, hat Tradition: Seit sie an der Spitze der deutschen Politik steht, war Merkel für den Starkbieranstich nicht mehr zu haben. Auch Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, beide im Singspiel vertreten, fehlen auf der Gästeliste, die Paulaner gestern veröffentlicht hat. Medienprofi Gregor Gysi dagegen wird kommen und anschließend schlagfertig kommentieren, was sein Double Reinhard Peer ihm in den Mund legt. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sein Kommen angekündigt, die Grünen sind mit Anton Hofreiter (im Singspiel von Wowo Habdank gedoubelt), Cem Özdemir und Claudia Roth (der die Stadt die Einladung zum Wiesn-Anstich 2014 versagt hat) gleich dreifach hochkarätig vertreten. Die Fahne der Sozialdemokratie halten unter anderem Florian Pronold und Markus Rinderspacher hoch, und natürlich ist auch „Mister Opfisoft“ Hubert Aiwanger (Freie Wähler) im Publikum.

Lücken klaffen in den Reihen des bayerischen Kabinetts. Natürlich wird Ministerpräsident Horst Seehofer mit Ehefrau Karin kommen. Ihm gebührt der erste Schluck Salvator, den ihm Brauereichef Andreas Steinfatt pünktlich um 18.30 Uhr überreichen wird  - wenn Seehofer  es schafft, rechtzeitig von einer wichtigen Sitzung der  Landesgruppe aus Berlin zurück nach München zu kommen. Auch Seehofers Stellvertreterin Ilse Aigner (die von der gleichen Sitzung anreist) sowie und die Minister Beate Merk (Europa), Joachim Herrmann (Innen), Winfried Bausback (Justiz), Ludwig Spaenle (Kultur und Wissenschaft), Markus Söder (Finanzen und Heimat), Ulrike Scharf (Umwelt) und Melanie Huml (Gesundheit) werden am CSU-Tisch sitzen. Doch Helmut Brunner (Landwirtschaft), Emilia Müller (Sozial) und Staatskanzleichef Marcel Huber fehlen in der Gästeliste. Das liege im Schnitt, verlautet aus der Brauerei. Einige Absagen seien der Grippe geschuldet, die gottlob das Schauspielerteam bisher verschont habe.

Als prominente Vertreter der Landeshauptstadt stehen OB Dieter Reiter und die Bürgermeister Josef Schmid und Christine Strobl auf der Gästeliste. Auch abseits der Politik wimmelt es von bekannten Namen: Alexandra Schörghuber und Siemens-Chef Joe Kaeser tauchen da auf, ebenso Sportreporter Waldemar Hartmann, diverse Wiesen-Wirte, Schauspieler und Musiker.

Auch Alt-OB Christian Ude darf nicht fehlen. Die Gästeliste freilich weist ihm unter den rund 500 handverlesenen Besuchern einen Platz zu, an den er sich wohl erst wird gewöhnen müssen: Der Mann, der jahrelang in keinem Singspiel fehlte und als Stadtoberhaupt ganz nah beim Ministerpräsidenten saß, ist heuer erstmals in der Rubrik „Gesellschaft, Film und Fernsehen“ aufgeführt.

Peter T. Schmidt

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