1. Startseite
  2. Lokales
  3. München
  4. Stadt München

Donnersbergerbrücke: Warten auf den barrierefreien Ausbau

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Auf Krücken 
          den Bahnsteig an der Donnersbergerbrücke zu erreichen, ist eine mühsame Angelegenheit. 
            foto: haag
Auf Krücken den Bahnsteig an der Donnersbergerbrücke zu erreichen, ist eine mühsame Angelegenheit. foto: haag

Die Vorplanung steht, die Finanzierung offenbar auch. Aber der barrierefreie Ausbau des S-Bahnhofs Donnersbergerbrücke verzögert sich weiter.

Von Tanja Wolff

Steile Treppen, keine Aufzüge und zwei Rolltreppen, die jeweils nur in eine Richtung laufen – der Zugang zu den Bahnsteigen an der Donnersbergerbrücke bereitet Behinderten, älteren Menschen und Eltern mit Kinderwagen Probleme. Die Deutsche Bahn kennt das Problem und hat die Vorplanungen für einen barrierefreien Umbau abgeschlossen. Auch die Finanzierung scheint durch das Bayerische Wirtschaftsministerium abgesichert zu sein. Dennoch kommt das Projekt nicht aus den Startlöchern.

Die Bahn schiebt die Verantwortung auf die Stadt München und spricht von städtebaulichen Planungen, die beim barrierefreien Ausbau der Station berücksichtigt werden müssten. Solange man die Planungen nicht kenne, könne man nicht loslegen, da das Ganze dann unnötig teurer und aufwändiger werde. „Nur eine gemeinsame Lösung kann ein optimales Ergebnis bringen“, sagt eine Bahn-Sprecherin.

Die Stadt hat nach eigenen Angaben allerdings gar keine Bauvorhaben am Bahnhof Donnersbergerbrücke. „Frühere Überlegungen, den S-Bahn-Halt über die künftige Brücke Arnulfpark behindertengerecht zu erschließen, wurden aufgegeben“, sagt Jürgen Marek, Sprecher des städtischen Baureferats. Die Deutsche Bahn betreibe das Projekt nun selbstständig.

Das bestätigt auch Ludwig Wörner (SPD), Vorsitzender des Bezirksausschusses (BA) Schwanthalerhöhe. „Der behindertengerechte Ausbau ist allein Sache der Deutschen Bahn, deshalb stellt der BA seit 15 Jahren Anträge zur Station Donnersbergerbrücke an das Unternehmen“, sagt Wörner. Doch eigentlich sei das Wirtschaftsministerium schuld. „Die müssen als Auftrag- und Geldgeber viel mehr Druck auf die Bahn machen.“ Der Freistaat habe vom Bund vor sieben Jahren 114 Millionen Euro bekommen, um die S-Bahnhöfe behindertengerecht auszubauen. Bisher seien aber erst 30 Millionen Euro verbaut worden.

Diese Zahl will das Ministerium nicht bestätigen. „Wir können keinen genauen Betrag nennen, weil der barrierefreie Ausbau ein Teil der Infrastrukturverbesserung ist, die wiederum aus den Regionalisierungsmitteln für den öffentlichen Schienen-Nahverkehr finanziert wird“, sagt Katharina Bittner, Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. Richtig sei, dass der Freistaat zu 100 Prozent die Kosten für den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Donnersbergerbrücke übernehme. Eine genaue Kostenschätzung liege allerdings noch nicht vor.

Doch nicht nur die Haltestelle Donnersbergerbrücke ist für Menschen mit Behinderungen nicht zugänglich. „Nur ein Viertel der Bahnhöfe sind barrierefrei erreichbar“, sagt der städtische Behindertenbeauftragte Oswald Utz. Der behindertengerechte Ausbau der Bahn gehe überall nur sehr schleppend voran und gleichzeitig werde Service-Personal abgebaut. „Ich würde mir wünschen, dass die Bahn endlich mal ein behindertenfreundliches Konzept entwickelt und das dann auch umsetzt.“ Das Unternehmen, so Utz, solle sich den MVG als Vorbild nehmen, der es geschafft habe, in fast allen U-Bahnhöfen einen Aufzug zu installieren.

Auch interessant

Kommentare