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War der Nachwuchs-Star der Münchner CSU: Georg Schlagbauer.

Drogen-Affäre

Georg Schlagbauer muss nicht vor Gericht

München - Dem Ex-Handwerkskammer-Präsidenten und CSU-Stadtrat Georg Schlagbauer bleibt ein öffentliches Verfahren wegen Drogenmissbrauchs erspart. Die Staatsanwaltschaft hat einen Strafbefehl beantragt.

Georg Schlagbauer ist wieder auf der Leberkäs-Etage angekommen, da, wo er vor seinem politischen Höhenflug einmal hergekommen war. Man sieht ihn häufig in einer seiner beiden Metzgereien stehen, in der Isarvorstadt und am Viktualienmarkt, im Gespräch mit Kunden. Schlagbauer ist jetzt wieder als Metzgermeister tätig, verkauft den Leberkäse, den viele für den besten der Stadt halten. Er hatte anderes geplant. Bis zum Sommer war Schlagbauer der Nachwuchs-Star der Münchner CSU. Wiesn-Stadtrat, Präsident der Handwerkskammer, designierter Landtagsabgeordneter – Schlagbauer nahm die Sprossen auf der Karriereleiter im Sprint. Bis zum 9. Juni. Da erklärte der damals 44-Jährige zum Entsetzen seiner Partei den Rücktritt von allen Ämtern. 

Selbstanzeige erfolgte nicht ganz freiwillig

Am Tag zuvor war Schlagbauer bei der Staatsanwaltschaft vorstellig geworden und hatte den Konsum von Drogen eingeräumt. Die Selbstanzeige erfolgte nicht ganz freiwillig. Schlagbauer war von der Abendzeitung mit Fragen zu seinem Nachtleben konfrontiert worden. Es ging um den Konsum von Kokain und einen Schuldenberg im Truderinger Bordell Extasia. Über Jahre soll Schlagbauer dort die Prostituierte Larissa M. getroffen haben. Wegen der schlechten Zahlungsmoral hing der Puffbetreiber den CSU-Stadtrat hin und informierte die Presse.

Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und durchsucht das Truderinger Bordell. Die Vorwürfe: Erwerb und Konsum von Betäubungsmitteln, mutmaßlich Kokain, wie in der CSU geraunt wurde. Entscheidend für das Strafmaß bei Drogendelikten ist immer der Wirkstoff der Droge, also welche Qualität die Droge hat, wenn sie aufgefunden wird. Dies konnte durch ein Wirkstoffgutachten festgestellt werden. Oft dauert es Wochen, bis ein Ergebnis vorliegt. Auch deshalb zogen sich die Ermittlungen hin. Schlagbauer begab sich nach Bekanntwerden des Skandals in eine Rehabilitationseinrichtung im Schwarzwald. Seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte der gefallene CSU-Promi bei der Feier zum 70. Geburtstag von Fraktionschef Hans Podiuk im Rathaus. Es gehe ihm wieder gut, versicherte er Parteifreunden.

Ermittlungsbehörde beantragt Strafbefehl

Larissa M.: Ihr Anwalt will einen Zivilprozess anstrengen.

Im Dezember schloss die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen ab. Zwar wurde Schlagbauer strafbares Handeln vorgeworfen. Die Taten waren aber nicht so gravierend, dass die Staatsanwaltschaft Anklage erhebt. Stattdessen beantragt die Ermittlungsbehörde bei Gericht einen Strafbefehl. Womit Schlagbauer rechnen muss, ist nicht bekannt. Der Strafrahmen beim Strafbefehl bewegt sich zwischen einer Geldstrafe und einer Freiheitsstrafe mit Bewährung bis zu einem Jahr. Legt der Ex-Stadtrat gegen den Strafbefehl keinen Widerspruch ein, ist die Affäre strafrechtlich abgeschlossen. Allerdings droht dem Metzger noch von anderer Seite Ungemach. Der Anwalt von Larissa M. will gegen Schlagbauer einen Zivilprozess anstrengen. Es geht um die ausstehenden Schulden bei der Prostituierten. Nach Informationen unserer Zeitung hat Schlagbauer 14 700 Euro für Liebesdienste noch immer nicht beglichen. Larissa M. ist angeblich im Besitz von Schuldscheinen, die Schlagbauer bei diversen nächtlichen Besuchen im Truderinger Bordell unterschrieben hat.

„Es ist Silvester, ich bin im Stress“

Schlagbauer gibt sich kurzangebunden, als ihn unsere Zeitung am Freitag telefonisch in seiner Metzgerei am Viktualienmarkt erreicht. „Es ist Silvester, ich bin im Stress. Auf Wiederhören“, sagt er hektisch. Im Hintergrund hört man das Gewusel der Kunden. Viele holen gerade ihren Schlagbauer-Leberkäse – den vielleicht besten der Stadt.

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