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Nicola Mayerl, 42, will den Kreisvorsitz in der CSU Mitte erringen. Hans Theiss, 38, werden bessere Chancen ausgerechnet. Er soll eine Mehrheit der Ortsvereine hinter sich haben. Gewählt wird am 27. Juli.

CSU München-Mitte

Kandidaten-Duell um Schlagbauer-Nachfolge

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München - Schlagbauer-Rücktritt, Singhammer-Rückzug, neue Bundestagskandidaten: Es sind mal wieder aufregende Wochen in der Münchner CSU. In einem viel diskutierten Punkt zeichnet sich eine Lösung ab.

Schlagbauers CSU-Kreisverband München-Mitte wird künftig wohl der Stadtrat Hans Theiss führen. Seiner Kontrahentin Nicola Mayerl werden parteiintern nur noch Außenseiterchancen zugerechnet.

Theiss gilt als aussichtsreicher Kandidat für den Landtagswahlkampf 2018. Setzt er sich am 27. Juli parteiintern gegen Mayerl durch, ist es nur noch eine Formsache, dass er auch zum Landtagskandidaten gemacht wird. Für ihn haben sich intern sechs von neun Ortsvereinen positioniert, für Mayerl drei.

Theiss, 38, ist einer aus der jungen Garde an smarten CSU-Stadträten, die in den vergangenen Jahren den liberalen Großstadt-Kurs Josef Schmids aufgesogen haben. Der gebürtige Münchner gilt als verlässlicher, ehrgeiziger Typ. Ihm wurden auch Ambitionen auf eine Bundestagskandidatur nachgesagt, diese Option ist aber offenbar erstmal vom Tisch. Theiss ist Mediziner, er betont im Gespräch seine persönliche Unabhängigkeit. „Im Moment kombiniere ich Politik und Arztberuf“, sagt er. „Ich bin unabhängig, aber auch vorbereitet, falls sich eine Tür öffnen sollte.“

Wie es aussieht, öffnet sich eine Tür – und dann gleich die nächste in den Landtag. Wenn nicht Nicola Mayerl doch noch ihre Außenseiterchance nutzt. Die 42-Jährige hat eine Kanzlei nur einen Steinwurf vom Maximilianeum entfernt. Mayerl spricht ziemlich laut und ziemlich bairisch. Sie ärgert, dass manche in der Partei das Duell mit Theiss als eine Auseinandersetzung von liberalem (Theiss) und konservativem (Mayerl) Lager sehen. „Das trifft den Konflikt aus meiner Sicht überhaupt nicht“, sagt sie. Und doch setzt Mayerl sich ab. Sie betont, es gehe ihr auch um das christlich-soziale Miteinander. „Diese Werte muss man wieder mehr hervorheben“, sagt sie. „Wir müssen auch an die Kernwähler denken.“

Mayerl soll intern damit werben, dass sie einen anderen Führungsstil pflegen werde als Georg Schlagbauer, der über seine Rotlicht-Affäre gestürzte Vorgänger – weniger dominant, verbindender, gewissermaßen: weiblicher.

Beiden Kandidaten übrigens ist gemein, dass sie ihr Duell auch nicht als die Schlammschlacht sehen mögen, von der mancher im CSU-Umfeld raunt. Über den Konkurrenten fällt kein schlechtes Wort, Mayerl betont, sie kenne und schätze Menschen, die Hans Theiss wählen werden. So klingt wohl keine, die sich in wenigen Tagen beleidigt zurückziehen wird, sollte diese Schlacht verloren gehen. Und als vorgezogenen Kampf um das Landtagsmandat im neuen Wahlkreis Mitte will Mayerl das Duell ohnehin nicht verstanden wissen. „Ich sehe mich eher im Stadtrat als im Landtag“, sagt sie. Gut möglich, dass das klappt: Als Nachrückerin könnte sie noch ins Rathaus einziehen. Und so schnell wie sich in der CSU derzeit das Personalkarussell dreht, dürfte es nicht lange dauern, bis weitere Stadträte Platz machen.

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