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Duelle mit Kultstatus: Bundestagswahl in München

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Ereignisreicher Tag: 
          München wählt zur Wiesnzeit.  
            sampics
Ereignisreicher Tag: München wählt zur Wiesnzeit. sampics

München - 895 163 sind Münchner zum Urnengang aufgerufen. Vor allem das Duell Axel Berg (SPD) gegen Johannes Singhammer (CSU) verspricht Spannung. Behält der Rote die Oberhand im Norden oder schnappt ihm der Schwarze das Direktmandat diesmal weg?

42 Kandidaten, 19 Parteien und 895 163 Wähler, die über ihr Schicksal entscheiden: Das sind die nackten Zahlen zur Bundestagswahl in München am Sonntag. Doch es sind die Geschichten hinter den Zahlen, von Aufstieg und Fall, die eine Wahl spannend machen. Und da hat München auch heuer wieder einiges zu bieten: Duelle von altbewährten Schlachtrössern wie Peter Gauweiler und Hans-Peter Uhl (beide CSU) gegen aufstrebende Kräfte wie Christian Vorländer und Roland Fischer (beide SPD). Und ein Showdown im Norden, der längst Kultstatus hat.

Bei Bundestagswahlen ist selbst das rot-grün regierte München schwarz. Ganz schwarz? Nein. Ein von unbeugsamen Sozialdemokraten bevölkerter Wahlkreis im Norden hört nicht auf, der CSU Widerstand zu leisten. Dreimal hintereinander schon gewann Axel Berg (SPD) hier das Direktmandat gegen Johannes Singhammer (CSU), zweimal war er der einzige SPD-Kandidat in ganz Bayern, dem das gelang. Bei der Bundestagswahl 2005 freilich, ging es einmal mehr denkbar knapp zu: Berg siegte mit 43,7 Prozent, Singhammer kam auf 41 – und probiert es heuer ein viertes Mal. Es dürfte einmal mehr das spannendste Duell des Wahlsonntags werden.

Die übrigen drei Direktmandate in München gewannen 2005 die CSU-Bewerber Uhl, Gauweiler und Herbert Frankenhauser. Sie alle treten auch heuer wieder an. Am engsten war das Rennen seinerzeit für Uhl, der sich nur knapp gegen SPD-Kandidatin Stephanie Jung durchsetzte. Womöglich muss er auch heuer gegen Roland Fischer wieder zittern.

Die kleineren Parteien bieten ebenfalls Kandidaten auf, die es schon vor vier Jahren über die Liste in den Bundestag geschafft haben: Jerzy Montag von den Grünen etwa, der auch heuer von dem guten Listenplatz sechs aus ins Rennen geht. Oder Rainer Stinner München-Chef der FDP, der mit Platz drei sicher wieder ins Parlament einziehen wird. Auch Stinners Parteifreund Daniel Volk, der im November 2008 als Nachrücker in den Bundestag kam, darf sich mit Listenplatz 7 Chancen auf den Wiedereinzug ausrechnen. Hoffen darf auch Nicole Gohlke – sie startet auf Platz fünf bei der Linken.

Das Wahlsystem ist denkbar einfach. Die Münchner wählen in vier Wahlkreisen: Nord, Süd, Ost und West/Mitte. Mit der Erststimme entscheidet man sich für einen der Direktkandidaten seines Wahlkreises. Die Zweitstimme geht an die favorisierte Partei. Die Wahllokale sind am Sonntag, 27. September, durchgehend von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Wer Briefwahl macht und die Unterlagen noch nicht abgeschickt hat, kann den Wahlbrief auch noch am Sonntag bis 18 Uhr in den Wahlbriefkasten des Kreisverwaltungsreferats, Ruppertstraße 19, oder in den Briefkasten am Rathauseingang am Fischbrunnen werfen.

Johannes Patzig

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