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40 elektrische Kilometer pro Ladung verspricht BMW beim Mini Plug-in-Hybrid, der mit Benzin und Elektrizität fährt. Katja Meyer findet das Auto schick, aber mit 51 000 Euro zu teuer.

Münchner Auto Tage

E-Autos: Die schleichende Revolution

Bei den Münchner Auto Tagen bilden sich Menschentrauben um E-Fahrzeuge. Für den Kauf fehlen wenige Argumente. Der Diesel, so scheint es, hat erst einmal ausgedient.

München - Die Verunsicherung ist bei fast jedem Besucher der Münchner Auto Tage (Halle C4) zu spüren, den man auf das Thema anspricht: Diesel? Nein, würde ich derzeit nicht kaufen! Das sagen vor allem Menschen, die sich um die Elektroautos stellen, sich hineinsetzen, die Armaturen anfassen und sich ausgiebig informieren.

Zwei Fragen sind für die Interessenten von E-Autos am wichtigsten: Wie groß ist die Reichweite? Und wie viel kostet der eigentlich? Ohnehin hat man hier fast nur die Auswahl zwischen E-Fahrzeugen (deutlich in der Minderheit) und Benzinern (deutlich in der Überzahl). Bei den Münchner Auto Tagen auf dem Messegelände in Halle C4 sind kaum Diesel-Exponate zu sehen. Man muss sie suchen, als ob man das Bernsteinzimmer finden möchte.

Axel und Jörn Sehlhoff inspizieren den BMW i3s. Preis: etwas über 41 000 Euro.

So langsam nimmt das Interesse für E-Autos scheinbar Fahrt auf, auch wegen der Diesel-Debatte, so wirkt es. Nur noch wenige Qualitäten fehlen – wie eben: vernünftiger Preis und vernünftige Reichweite – und die Kaufentscheidung würde wohl häufiger pro Elektroauto fallen.

So geht es Besucherinnen wie Katja Meyer aus Mertingen. Sie interessiert sich grundsätzlich für den Mini Countryman Plug-in-Hybrid. Die Bezeichnung bedeutet: Das Auto hat eine zusätzliche Batterie, die einen Elektromotor mit Strom versorgt, der wiederum den Benzinmotor unterstützt. Ergebnis: Deutlich weniger Verbrauch und eine flotte Leistung mit 225 PS. Auch eine rein elektrische Fahrt ist möglich. „Aber noch ist mir das zu teuer. Über 51.000 Euro? Das möchte ich nicht dafür ausgeben“, sagt Meyer, die nicht zum ersten Mal auf dieser Messe ist.

Georgios Gusiotis findet den Tesla Model X sehr gelungen – aber viel zu teuer: ab 91.250 Euro.

Reichweite von 130 Kilometern „vollkommen okay“

Gemeinsam mit ihren Eltern hält sie sich mithilfe der jährlichen Auto Tage auf dem aktuellen Stand der Technik. „28 Hersteller und 200 verschiedene neue Autos an einem Ort! Da müsste ich ganz schön viele Kfz-Häuser abklappern, wenn ich die verschiedenen Modelle nur mal anschauen wollte“, schwärmt Meyer von den Auto Tagen, die bis Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet haben. Sie ist nicht die Einzige, die die Messe nutzt. Auch Axel (56) und Sohn Jörn (25) Sehlhoff aus Vilsbiburg haben sich den Tag eingerichtet, um sich mal den neuen elektrischen BMW i3s genauer anzuschauen. Den Vorgänger kennen beide sehr gut. Axel Sehlhoff hat sich in seiner Ingenieurs- und Architektengesellschaft drei i3 als Firmenfahrzeuge angeschafft. „Wir sind damit zufrieden. Meine Kollegen fahren meistens etwa 30 Kilometer weit. Die Reichweite von rund 130 Kilometern ist da vollkommen okay“, sagt Sehlhoff. „Aber privat würde ich mir keinen kaufen. Da habe ich mir einen BMW X5 Diesel geleast, um auch weitere Strecken zurücklegen zu können. Der Nächste wird aber ein Benziner, vielleicht mit zusätzlichem E-Motor.“ Die aktuelle Diesel-Debatte, ausgelöst durch den VW-Skandal, macht Sehlhoff ratlos. Denn eine Sache fiel ihm auf: „Ausgerechnet VW hat hier keine E-Autos. Das ist schon komisch.“

Der Eintritt zu den Auto Tagen kostet für Erwachsene 11,50 Euro, online unter www.freemuenchen.de 8 Euro. Eine Familienkarte gibt’s für 24 Euro.

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Und: BMW investiert 200 Millionen Euro in Batteriezellen-Kompetenz

Hüseyin Ince

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