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Rasant unterwegs sind Verkehrsteilnehmer mit einem Elektroroller.

Wegweisende Entscheidung für bessere Luft

Mobile Revolution in München: Werden durch diese Neuheit die Autos weniger?

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Die Elektro-Roller kommen! Das Bundeskabinett hat den Weg für die Zulassung der E-Scooter geebnet. Die kleinen Flitzer haben das Zeug dazu, die Mobilität in der Großstadt zu revolutionieren.

München - Verkehrsplaner setzen große Hoffnung in die E-Scooter. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will die Geräte zulassen und sieht darin ergänzend zum öffentlichen Nahverkehr eine „echte zusätzliche Alternative zum Auto“. Der Weg für die Zulassung der Roller auf deutschen Straßen ist frei (siehe Kasten) und München bereitet sich auf die neuen Verkehrsteilnehmer vor. „Wir streben eine pragmatische Lösung an“, sagt MVG-Sprecher Matthias Korte auf Nachfrage.

Soll heißen: Die MVG will voraussichtlich für die Elektro-Roller keine neuen Regeln aufstellen. „Unser Regelwerk ist an sich schon komplex genug, wir wollen zunächst versuchen, ohne neue Vorschriften auszukommen“, so Korte. Die Grundlinie beschreibt Korte so: „Wenn Sicherheit und Ordnung nicht gefährdet sind, dann spricht nichts gegen die Mitnahme von E-Rollern.“ Die finale Entscheidung über den Kurs der MVG werde im Mai fallen. Ohnehin seien noch viele Fragen offen, etwa, welche Modelle sich am Markt durchsetzen werden.

E-Roller: Verzichten einige Pendler nun auf ihr Auto?

„Wir sehen eher die Chancen als die Risiken“, stellt Korte aber klar. Im Zweifel müsse man eben nachjustieren. Bei der MVG hoffen sie jetzt darauf, dass der E-Roller einige Pendler dazu bewegen könnte, komplett auf das eigene Auto zu verzichten. „Es handelt sich um ein umweltfreundliches Verkehrsmittel, das unseren Kunden eine durchgehende Reisekette ermöglichen würde“, erklärt Korte.

Der Elektro-Roller als Lösung für die berühmte „letzte Meile“ also. Die bereitet den Verkehrsplanern immer wieder Sorgen. Das Problem: Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Weg von Haltestelle zu Haltestelle zwar gut zu bewältigen – bei der Verbindung von der Haltestelle zum eigentlichen Ziel klafft aber oft eine Lücke. Und diese hält viele Menschen immer noch davon ab, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen.

Per Tretroller durch die Blechlawine: In Städten wie Wien gehört der E-Scooter schon zum gewohnten Bild.

Hier will nun die MVG ansetzen und deshalb auch in den Verleih von E-Scootern einsteigen. „Wir haben vor, den Verleih von Elektro-Rollern in unser Leihradsystem zu integrieren“, bestätigt Korte und fügt hinzu: „Dann stellt sich auch die Frage der Mitnahme gar nicht erst.“ „In absehbarer Zeit“ sollen auch E-Roller über die App entliehen werden können. Damit würden sich die Roller einreihen in die Angebote von Leihrädern, Carsharing und Mobilitätsstationen, die den öffentlichen Nahverkehr attraktiver machen sollen.

Auch im Rathaus macht man sich Gedanken über die E-Roller: Die CSU-Fraktion beantragte am Mittwoch, drei Elektro-Roller für Rathausmitarbeiter anzuschaffen.

E-Scooter: Diese Vorschriften sollen für „Elektrokleinstfahrzeuge“ gelten

Ab Sommer könnte es eng werden auf Fuß- und Radwegen – denn dann kommen die E-Roller. Sie gelten als „Elektrokleinstfahrzeuge“ und dürfen bis zu 20 km/h schnell sein. Die Roller, die oft einige hundert Euro oder mehr kosten, dürfen höchstens 70 Zentimeter breit sein, 1,40 Meter hoch und zwei Meter lang. Maximalgewicht ohne Fahrer: 55 Kilogramm. E-Roller, die nur weniger als 12 km/h fahren können, sollen bereits für Jugendliche ab 12 Jahren erlaubt sein – schnellere Gefährte dann ab dem vollendeten 14. Lebensjahr. Eine Mofa-Prüfbescheinigung oder eine Helmpflicht sind nicht vorgesehen. Vorgeschrieben werden sollen aber eine Haftpflichtversicherung samt Versicherungsaufkleber mit Anti-Fälschungs-Hologramm hinten am Fahrzeug. 

Roller, die weniger als 12 km/h fahren, dürfen innerorts nur auf Gehwegen und gemeinsamen Geh- und Radwegen fahren. Sind die nicht vorhanden, ist auch die Fahrbahn erlaubt. Sind E-Roller schneller als 12 km/h, gehören sie auf Radwege und Radfahrstreifen. Fehlen sie, darf es innerorts und außerorts auch die Fahrbahn sein. Pflicht sind zwei unabhängig voneinander wirkende Bremsen und eine Beleuchtung, die auch abnehmbar sein darf. Ebenfalls vorgeschrieben: seitliche Reflektoren und eine „helltönende Glocke“.

Lesen Sie auch: Wie lange steht ein Münchner Autofahrer durchschnittlich im Stau? Eine Studie zeigt, wie viel Zeit die Menschen auf der Straße verbinden.

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