Ehefrau im Rollstuhl gegen fahrendes Auto gestoßen

München - Ein 28-jähriger Student ist am Donnerstag vom Amtsgericht München wegen gefährlicher Körperverletzung an seiner behinderten Ehefrau zu zwei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Die Vollstreckung der Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt, nachdem der Angeklagte sich zur Zahlung von 150 000 Euro an das Opfer verpflichtet hatte, in die sofortige Scheidung einwilligte und auf das Sorgerecht für die drei Kinder verzichtete. Der 28-Jährige muss sich psychosozial betreuen lassen und einer Alkoholtherapie unterziehen.

Am 30. Juli 2008 hatte der Student seine zwei Jahre jüngere, an einer Form der Multiplen Sklerose leidende Frau in ihrem Rollstuhl im Beisein der ältesten Tochter gegen ein fahrendes Auto gestoßen. Der Rollstuhl kippte um, das Opfer fiel aus dem Stuhl und erlitt Prellungen. Die Staatsanwaltschaft ermittelte zunächst wegen eines Kapitaldelikts. Dem Angeklagten war aber ein Tötungsvorsatz nicht nachzuweisen, das Auto ­ ein ziviles Polizeifahrzeug ­ war im Schritttempo gefahren.

Die Richterin bezeichnete das Verhalten gegenüber einer “sowieso schon geschlagenen Frau“ als “niederträchtig“. Zugunsten des Angeklagten wertete sie, dass er durch die Sorge für seine behinderte Frau und die drei Kinder unter Druck gestanden habe. Es habe sich um eine “Spontantat“ gehandelt.

dpa

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