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Ehrenmord: Afghane bringt 24-Jährige um

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München - In der Nacht zum Montag hat ein 27-Jähriger eine junge Frau (24) mit mehreren Messerstichen getötet. Der Täter rechtfertigt den Mord mit dem Koran.

Nach Angaben von Markus Kraus, Leiter der Münchner Mordkommission, hat der 27-jährige Zafar R. die Tat „umfangreich gestanden“. Allerdings sind die familiären Verknüpfungen für die Ermittler noch recht undurchsichtig: Zafar R. soll mit dem Opfer Nesima R. eine gemeinsame Tochter (3) haben. Laut einer Verwandten war Nesima R. 2004 in Afghanistan mit Zafar R. zwangsverheiratet worden. Die 24-Jährige soll sich jedoch unverheiratet und damit auch ungebunden gefühlt haben. Die Frau habe Zafar R. stets zurückgewiesen, als dieser vor rund einem Jahr nach München kam. Er lebte hier in einer Asylbewerberunterkunft.

Grund für die tödliche Auseinandersetzung soll eine Beziehung der jungen Frau mit einem Cousin gewesen sein. Nesima lebte mit ihrer Tochter an der Boschetsrieder Straße (Obersendling). Ihre Nichte wohnte im selben Block. Bei ihr ist die 24-Jährige gewesen, als am späten Sonntagabend Zafar R. erscheint. Angeblich wollte er etwas vorbeibringen, doch laut der Nichte zog der 27-Jährige unvermittelt ein Messer und rammte dieses Nesima R. mehrfach vehement in den Oberkörper. Anschließend stieß er sie in die offenstehende Wohnung und stach im Badezimmer weitere Male brutal auf das am Boden kauernde Opfer ein.

Die Tochter soll ebenfalls im Raum gewesen und die Tat gesehen haben. Als Nachbarn erschienen flüchtete Zafar R. – er wurde aber später in Tatortnähe festgenommen. Streifenbeamte und Sanitäter hatten noch versucht, die 24-Jährige zu reanimieren, sie starb aber wenig später in einem Krankenhaus. Wie die Polizei mitteilte, habe der Mann den Angriff mit dem Koran begründet. „Er war im Verhör bisher weitgehend ruhig und fühlt sein Tun durch den Koran gerechtfertigt“, sagt Mord-Ermittler Kraus.

Laut Sidigullah Fadai, Oberhaupt der muslimisch-afghanischen Gemeinde in Sendling, rechtfertige der Koran solche Taten jedoch in keiner Weise. Nesima R. wurde noch am Tattag im Institut für Rechtsmedizin der Uni München obduziert. Das genaue Ergebnis lag am Montag jedoch noch nicht vor. Die dreijährige Tochter wird derzeit von Verwandten betreut.

Sven Rieber

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