Direkt vor der LMU, am Professor-Huber-Platz, soll der Strand 2011 stattfinden. 2005 gastierte er dort schon einmal. foto: rk

„Eine Sternstunde für den Strandrat“

München - Wende im Streit um den Kulturstrand: gerade erst hatten sich SPD, CSU und Grüne dafür ausgesprochen, den Strand am Isartor stattfinden zu lassen. Jetzt einigten sie sich auf einen anderen Standort.

Sie nimmt immer kuriosere Züge an, die Suche nach einem Ort, an dem im Sommer der Kulturstrand stattfinden kann. Es scheint, als wollten die Politiker die eierlegende Wollmilchsau finden: Einen Ort, der inmitten der Stadt liegt, so dass die Strandgäste gerne dort hin kommen. Zugleich aber soll er so weit von allen Anwohnern entfernt liegen, dass sich niemand gestört fühlt.

Dieses Dilemma mag mit daran schuld sein, dass der Stadtrat seit Monaten über „Strandorte“ diskutiert - und nun erneut eine Kehrtwende vollzieht. Jetzt soll der Strand unter anderem am Professor-Huber-Platz, am Vater-Rhein-Brunnen und beim Sendlinger Tor gastieren.

Erst kürzlich hatte das Kreisverwaltungsreferat verschiedene Standorte geprüft - und ganz andere Vorschläge gemacht (wir berichteten): Der Behörde zufolge sollte der Strand 2011 mit Kultur- und Party-Programm am Fortunabrunnen nahe dem Isartor gastieren. 2012 sollte er an der Corneliusbrücke stattfinden, wo er zuletzt seine Heimat hatte, und 2013 auf ein Areal an der Schwere-Reiter-Straße/Dachauer Straße ziehen. Zumindest zum Standort Isartor hatten SPD, Grüne und CSU Zustimmung angekündigt.

Doch in der Stadtratssitzung am Dienstag war plötzlich alles anders. Die CSU argumentierte auf einmal vehement gegen den Standort am Isartor - die Lärmbelastung für die Anwohner sei nicht tragbar. Auch die FDP war dagegen. Stattdessen schlug die CSU eine Alternative vor: den Professor-Huber-Platz vor der Ludwig-Maximilians-Universität. SPD und Grüne verteidigten zunächst das Isartor, ließen sich dann aber davon abbringen. Im Gegenzug erklärte sich die CSU bereit, einen Standort zu akzeptieren, den sich Rot-Grün wünschte: den Nußbaumpark am Sendlinger Tor. Alle Fraktionen plädierten zudem für einen weiteren umstrittenen Ort: den Vater-Rhein-Brunnen an der Ludwigsbrücke. So entstand am Ende ein Kompromiss, der wie folgt aussieht: 2011 soll der Strand am Professor-Huber-Platz gastieren, 2012 am Vater-Rhein-Brunnen, 2013 an der Corneliusbrücke und 2014 im Nußbaumpark. Alle Fraktionen zeigten sich zufrieden mit der zäh erkämpften Einigung, der eine breite Mehrheit zustimmte. „Das war eine Sternstunde für den Strandrat..., ich meine Stadtrat“, sagte Grünen-Fraktionschef Siegfried Benker, erschöpft von der Debatte.

Allein KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle goss Wasser in den Wein: Er wies darauf hin, dass die Naturschutzbehörde den Standort am Vater-Rhein-Brunnen strikt ablehnt - es gehe um den Schutz der Landschaft. „Auch beim Nußbaumpark müssen wir höllisch aufpassen.“ Dort gebe es Kliniken in der Nachbarschaft. Sogar der Professor-Huber-Platz ist umstritten. Hier gastierte der Strand 2005 - und es gab massive Proteste der anliegenden Uni-Institute. Blume-Beyerle sagte, die Behörden würden sich nun intensiv mit den neuen Standorten befassen. Es werde dort sicher Auflagen für den Strand geben. Er hoffe, dass sich ein Betreiber für das Fest finde, der diese Auflagen auch akzeptiere. Immerhin: Bei der Naturschutzbehörde hieß es, man werde den Stadtratsbeschluss hinnehmen.

Von Johannes Patzig

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