Unwetterwarnung für München und das Umland 

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Unschöne Bilanz der Bundespolizei über die Feiertage

Mann stellt flüchtigem Täter ein Bein und lächelt - Polizei sagt "danke"

München - Diebstähle, Körperverletzungen, Drogengeschäfte - die Beamten der Bundespolizei München waren auch in diesem Jahr über Weihnachten gefordert. Eine unschöne Bilanz der Einsätze an Münchens Bahnhöfen:

Diebstähle, Körperverletzungen, Urkundenfälschungen, Reisende, die aus einem Zug evakuiert werden mussten - auch in diesem Jahr hat es zur Weihnachtszeit für die Beamten der Bundespolizei München viel zu tun gegeben. Zudem belastete der Mord eines hessischen Kollegen die Beamten. Der Kollege war bei einer Identitätsfeststellung am Bahnhof Herborn am Morgen des Heiligen Abend  ums Leben gekommen - ein weiterer Polizist war schwer verletzt worden.

Die Polizei hat eine Bilanz mit den besonders herausrageneden Ereignissen über Weihnachten an Münchens Bahnhöfen und Haltestationen erstellt:

Am Nachmittag des 23. Dezember mussten Bundespolizisten am Münchner Hauptbahnhof gegen zwei 19-jährige einschreiten. Die Polizisten waren im Rahmen einer Hilfeleistung - ebenso wie mehrere Reisende - von Personen einer fünfköpfigen Gruppe erheblich angetrunkener Fußballfans beleidigt und bepöbelt worden. Die fünf "Fans" standen gegen 15:30 Uhr Bier trinkend und Krach machend am Ausgang Arnulfstraße. Einem Platzverweis gehorchte die Gruppe nicht. Als sie mittels einfacher körperlicher Gewalt zum Bahnsteig 24 zum Zug Richtung Ingolstadt gebracht werden sollten, leisteten zwei 19-Jährige aus Passau Widerstand. Beide wurden auf die Wache gebracht. Die Personen müssen nun mit Anzeigen wegen Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte rechnen.

An Heiligabend, 24. Dezember, schlug ein bislang Unbekannter gegen 19:25 Uhr am Bahnhof Laim einen 39-jährigen Fürstenfeldbrucker mehrfach zu Boden. Der Täter stieg in eine S3 Richtung Mammendorf. Der Fürstenfeldbrucker war zu alkoholisiert um Angaben zum Grund des Streits zu machen. Eine erste Auswertung von Videoaufnahmen zeigte, dass er aufgrund aggressiven Verhaltens gegen den Unbekannten den Angriff gegen sich mitverursacht hatte.

Am Freitag, den 25. Dezember, wurde gegen 16.15 Uhr am RE4860 (Fahrt von München nach Nürnberg) kurz vor dem Bahnhof Neufahrn vom Triebfahrzeugführer ein lauter Knall und Rauchentwicklung aus dem Maschinenraum gemeldet. Der Zug wurde in Neufahrn angehalten und ca. 20 Reisende, die sich im ersten Wagen hinter der Lokomotive aufhielten, mussten von DB-Mitarbeiter evakuiert werden. Der Regionalexpress hatte sechs Wagen, darin hatten sich rund 200 Reisende befunden. Es wurde niemand verletzt. Nach ersten Ermittlungen wird von einem technischen Defekt ausgegangen. Zeitweise war der Bahnhof Neufahrn komplett gesperrt, wodurch es zu erheblichen Behinderungen im Zug- und S-Bahnverkehr auf dieser Strecke kam.

Ebensoam ersten Weihnachtsfeiertag, den 25. Dezember, wurde gegen 23 Uhr ein 19-Jähriger aus Gambia festgenommen. Er hatte in einem 24-Stunden-Shop am Hauptbahnhof zwei Dosen Red Bull gestohlen und war dabei von einem Mitarbeiter beobachtet worden, der die Bundespolizei verständigte. Bei der späteren Durchsuchung auf der Wache wurden beim Gambier mehrere, verkaufsfertig verpackte Kügelchen Mariuhana gefunden und sichergestellt. Im Gewahrsamsraum war der Mann so aufgebracht, dass er mehrfach gegen die Zellenwand lief. Er musste, da erhebliche Eigengefährdung bestand, mit Unterstützung von Beamten der Landespolizei, in eine Klinik eingewiesen werden. Wie die Polizei berichtet, zeigt der Vorfall einmal mehr, dass im Bereich des Münchner Hauptbahnhofes vermehrt Drogenkriminalität festgestellt wird. 

Das belege auch ein Vorfall, der sichin der selben Nacht auf 26. Dezember gegen 1 Uhr nicht weit entfernt des Hauptbahnhofes ereignete: Eine Streife der Bundespolizei erkannte im Bereich der Trambahn-Haltestelle am Bahnhofsplatz mehrere afrikanische Personen, die in eine körperliche Auseinandersetzung verwickelt waren. Die Ursache für den Streit dürfte nach ersten Erkenntnissen ein Drogengeschäft gewesen sein. Die Landespolizei hat die Sachbearbeitung übernommen. Ein 26-jähriger Tunesier war bei dem Vorfall am Kopf verletzt und anschließend in eine Klinik gebracht worden. Da auch er sich bei der Erstversorgung äußerst aggressiv verhielt, musste er später in eine andere Klinik eingewiesen werden. Der Vorfall, bei dem die Afrikaner gemeinsam gegen Polizeibeamte vorgingen, zeige einmal mehr die hohe Gewaltbereitschaft, mit der die Personen aus diesem Umfeld agieren, berichtete die Polizei.

Ebenfalls am 25. Dezember wurden durch die Bundespolizei am Hauptbahnhof in München drei Personen festgenommen, die allesamt von Staatsanwaltschaften zur Festnahme ausgeschrieben worden waren.

Um 04:15 Uhr wurde ein 37-jähriger Deutscher kontrolliert. Gegen ihn war ein Vollstreckungshaftbefehl der Staatsanwaltschaft Augsburg ausgeschrieben worden. Er hatte eine Geldstrafe in Höhe von 1.056,70 Euro wegen Erschleichen von Leistungen nicht beglichen. 

Gegen 10.50 Uhr wurde ein 36-jähriger Deutscher gestellt. Beim Datenabgleich stellte sich heraus, dass der Mann wegen Diebstahls zu einer Haftstrafe von drei Monaten verurteilt worden war, die er bislang nicht angetreten hatte. Er war erst am 3. Dezember von der Staatsanwaltschaft München I zur Fahndung ausgeschrieben worden.

Im dritten Fall handelte es sich um einen 29-jährigen Rumänen. Dieser war von DB-Sicherheitsmitarbeitern wegen des Schutzes privater Rechte und dazu erforderlicher Identitätsfeststellung zur Wache gebracht worden. Dort stellte sich heraus, dass der Mann von der Staatsanwaltschaft München I wegen Diebstahls noch eine Restfreiheitsstrafe von 70 Tagen zu verbüßen hatte. Alle drei Männer wurden verhaftet.

Ebenfalls am zweiten Feiertag, dem 26.Dezember, wurde ein Gesuchter festgenommen. Der 25-jährige Deutsche war gegen 03:45 Uhr am Ostbahnhof kontrolliert worden. Bei einem Datenabgleich kam heraus, dass er wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer Geldstrafe von 663,50 Euro verurteilt worden war. Da er die Strafe nicht begleichen konnte, wurde er den Justizbehörden zugeführt.

Gegen 04:15 Uhr am Samstag, 26. Dezember, entwendete ein 33-jähriger Perlacher in einem Geschäft am Ostbahnhof eine Flasche Augustiner Lagerbier Hell. Die Tat beobachtete ein Sicherheitsmitarbeiter, der eine nahe Streife der Bundespolizei informierte. Als die Streife dem flüchtigen Dieb im Personentunnel folgte, stellte eine unbekannte männliche Person dem Flüchtenden ein Bein. Als die Beamten den gestürzten Täter überwältigten, ging der Unbekannte - ohne ein Wort zu sagen, mit einem Lächeln im Gesicht - weiter. Bei dem Täter wurde ein Atemalkohol von 2,56 Promille gemessen. Die Bundespolizei dankt dem unbekannten, couragierten Helfer auf diesem Wege.

Gegen 18 Uhr mussten Bundespolizisten am Ostbahnhof einen in eine Tätlichkeit ausgearteten Streit zwischen einer 21-jährigen Frau aus dem Kosovo und ihrem Ex-Freund, einem 26-jähriger Kroaten, schlichten. Dabei hatte der Mann seiner Ex-Freundin ins Gesicht und gegen den Oberkörper geschlagen.

Kurz vor 20 Uhr war es im Zwischengeschoss des Hauptbahnhofes zu einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen gekommen. Ein 48-jähriger aus Friedberg hatte mehrere Personen verbal angegangen. Als der aggressive Mann Einsatzkräfte angriff und Aufforderungen dies zu unterlassen nicht nachkam, musste er festgenommen werden. Dabei schlug der Mann einem Landes- und einem Bundespolizisten ins Gesicht. Die Bayerische Landespolizei hat Ermittlungen wegen Körperverletzung und Widerstand aufgenommen.

mm/tz

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