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Ein einziger Funke kann Münchens U-Bahn lahmlegen

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Von: Peter T. Schmidt

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MVG, U-Bahn
Holzstege wie dieser geben den Flammen Nahrung. © MVG

München - Die Experten sind ratlos: Warum qualmt es so oft im U-Bahn-Tunnel südlich der Münchner Freiheit? Putztrupps und neue Wartungsstege sollen jetzt helfen.

Viermal gab es im laufenden Jahr bereits Rauch im Tunnel, Feuerwehreinsätze und stundenlange Streckensperrungen. Zwar rätseln die Fachleute, warum ausgerechnet der Abschnitt zwischen den U-Bahnhöfen Giselastraße und Münchner Freiheit so anfällig scheint. Doch die Ursache der Schwelbrände ist klar. In allen vier Fällen kamen drei Faktoren zusammen.

1.) Funken: Sie lassen nicht vermeiden, wenn der Stromabnehmer zum Beispiel an Weichen über die kleinen Lücken gleitet, die die Stromschiene dort haben muss. Wer durch die Lüftungsschlitze einer laufenden Bohrmaschine blickt, kann das Phänomen beobachten: Es blitzt unablässig.

2.) Holz: Es ist in Form von Laufstegen überall dort in den Röhren verbaut, wo Techniker Zugang zu wartungsbedürftigen Anlagen brauchen. Das imprägnierte Holz lässt sich laut Feuerwehr mit den Funken aber nicht direkt entzünden. Dazu braucht es ein leichter entflammbares Material, und das ist meist

3.) Müll: Pappbecher, Zeitungen und achtlos weggeworfene Zigarettenschachteln werden vom Sog der Züge in den Tunnel geweht. Brennt das Papier direkt an einem der Holzbalken, kann zumindest ein Schwelbrand entstehen.

Beim Müll will die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) zuerst ansetzen: Die Reinigungsintervalle wurden verkürzt. In dem offensichtlich brandgefährlichen Abschnitt patrouillieren nun alle zwei Wochen in der nächtlichen Betriebspause Reinigungstrupps, die von Hand den groben Müll aufsammeln. Ein Spezialfahrzeug mit großem Saugrüssel entfernt feinen Staub. Wenn kein leicht entflammbares Material mehr im Tunnel liegt, so die Hoffnung, dann kann es auch keine Brände mehr geben.

Trotzdem will die MVG langfristig die Holzstege aus ihren Tunnels verbannen. Wie Sprecher Matthias Korte berichtet, ist ein Test mit Stegen aus Leichtgbeton vielversprechend verlaufen. Nach und nach sollen die alten Holzstege nun gegen Konstruktionen aus diesem Material ersetzt werden. Wann es losgeht, ist unklar, doch zuerst, so Korte, komme auf jeden Fall der Abschnitt der U3/6 zwischen Giselastraße und Münchner Freiheit an die Reihe.

Von Peter T. Schmidt

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