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Der Kleinhesseloher See war am Sonntag beliebtes Ausflugsziel – auch die Eisfläche, die noch viel zu dünn ist.

Eishackler und Spaziergänger auf Kleinhesseloher See

Eis-Irrsinn! So spielen Münchner mit ihrem Leben

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München - Betreten der Eisfläche verboten – Lebensgefahr! Solche Schilder stehen nahezu überall an den Münchner Gewässern, wie etwa am Kleinhesseloher See. Doch nicht nur dort scheren sich offenbar die wenigsten darum.

Die Gaudi mit der Gefahr! Martin Gärtner kann da nur mit dem Kopf schütteln. „Wir raten dringend, wirklich dringend davon ab, die Flächen zu betreten. Das Eis ist in keinster Weise tragfähig“, sagt der Vize-Chef der Kreiswasserwacht.

Gaudi mit der Gefahr: Trotz Verbotes wird Eishockey gespielt.

Dünnes Eis! Das hat vor ein paar Tagen erst ein Ehepaar gemerkt. Die beiden Touristen waren auf dem Olympiasee spazieren und brachen durch die Eisdecke (siehe Text unten). „Uns ist sehr wohl bewusst, dass die Leute da drauf gehen. Aber wir sind nicht die Ordnungsbehörde“, sagt Gärtner. Egal ob Baggersee oder natürliches Gewässer – überall ist es gleichermaßen gefährlich. Und so ist es im Landkreis generell verboten, die Seen zu betreten. Die Stadt gibt zwar hin und wieder Seen für Wintersportler frei (siehe Kasten), derzeit aber nicht! Denn die Gefahr sollte eigentlich jedem bewusst sein: „Man sieht es ja nicht, niemand kann genau sagen, wie stark der See zugefroren ist.“ Dennoch betreten die Menschen die Eisflächen – und es kommt zum Unglück. Wie oft, kann Gärtner nicht sagen. „Manchmal passiert ein Jahr lang nichts, und dann haben wir plötzlich wieder zwei oder drei Fälle.“

Wer einbricht, droht binnen weniger Minuten zu erfrieren. Gärtner rät, sich so wenig wie möglich zu bewegen. „Sonst pumpt man das Wasser am Körper vorbei, dann kühlt der noch schneller aus.“ Man könne zwar probieren, sich mit Schwimmbewegungen auf das Eis zu ziehen. „Sinnvoller ist es aber, laut um Hilfe zu schreien und zu warten.“ Auch für die Helfer hat der Wasserwachtler Tipps: „Sofort einen Notruf absetzen und dem Verunglückten zurufen, dass man da ist.“ Sollte man sich zu einem Rettungsversuch entscheiden, gilt: nie die Hand geben! „Das Opfer in seiner Panik zieht einen unweigerlich rein.“ Statdessen: Mit Schal, Seil, Jacke oder Stock den Verunglückten rausziehen. Gärtner: „Der beste Tipp ist aber immer noch, gar nicht erst aufs Eis zu gehen!“

Eis dünn: Ehepaar bricht ein

Das ist gerade noch mal gut gegangen! Eine Familie hatte sich am vorigen Donnerstag zu einem Spaziergang auf dem Olympiasee entschieden. Das Eis jedoch ist für derlei Exkursionen viel zu dünn! Vater (49) und Mutter (39) brachen ein, das achtjährige Kind war glücklicherweise zu leicht. Das Eis hielt, das Kind konnte sich ans Ufer retten.

Passanten eilten den Eiltern zu Hilfe, holten von einem nahe gelegenen Rettungspunkt eine Leiter. Diese legten sie ans Ufer und konnten sich so zu dem Ehepaar vorarbeiten. Der Rettungsdienst war alarmiert, doch bevor er eintraf, hatten die Ersthelfer das Paar aus dem Wasser gezogen. Das schnelle Eingreifen verhinderte Schlimmeres. Die beiden Touristen erlitten leichte Unterkühlungen. Sie kamen mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus. (hier gibt es ein Video von der Rettungsaktion zu sehen)

Was verboten ist, was nicht

Im Bereich der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung (Schlosspark Nymphenburg oder Englischer Garten) ist das Betreten des Eises nur auf den derzeit freigegebenen Bereichen des Waisenhauskanals erlaubt. Dort gibt es eine Fläche für Eisstockschützen. Sonst ist Betreten tabu! Die Verwaltung hat entsprechende Warntafeln aufgestellt sowie Notfallgeräte (Leitern) zur Bergung Eingebrochener. „Zudem machen unsere Parkaufseher auf das Betretungsverbot aufmerksam“, sagt eine Sprecherin. Bei der Stadt sind derzeit keine Seen freigegeben. Hin und wieder erlaubt das Rathaus das Betreten, etwa am Riemer See. Dafür wird aber eigens gebohrt, um die Stärke des Eises zu ermitteln. Zuvor muss es eine längere Kälteperiode gegeben haben – etwa zwei Wochen Temperaturen unter Minus zehn Grad.

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