+
So soll der Münchner Hauptbahnhof aussehen - wenn es nach der Bahn geht.

Eklat im Stadtrat: Bahn ausgebuht

München - Nach den Querelen um „Stuttgart 21“ erlebt nun auch München einen Eklat um die Pläne für den neuen Hauptbahnhof. Stadträte aller Fraktionen reagierten am Mittwoch mit Entsetzen auf die Entwürfe.

Als die DB-Vertreter sich weigerten, auf Fragen zur Kostenkalkulation zu antworten, ernteten sie schallende Buhrufe aus den Reihen der Stadträte.

Wie berichtet, plant die Bahn bereits seit langem, den in die Jahre gekommenen Hauptbahnhof durch einen Neubau zu ersetzen. Aus

Lesen Sie auch:

Hauptbahnhof: Stadtrat diskutiert über diese Pläne

einem Gestaltungswettbewerb ging ein spektakulärer Entwurf des Büros „Auer + Weber“ als Sieger hervor. Nun erklärt die Bahn jedoch: Sie will den Gewinnerentwurf aus wirtschaftlichen Gründen nicht bauen. Stattdessen präsentierten die Bahn-Vertreter im Stadtrat eine selbst entworfene günstigere Variante: einen funktionalen Neubau mit Glasfassade. Er soll zwischen 2015 und 2021 entstehen und rund 300 Millionen Euro kosten.

Doch dieses neue Konzept erregt die Gemüter der Stadtpolitiker. CSU-Planungssprecher Walter Zöller nannte es einen „Skandal“, dass die Bahn nun statt anspruchsvoller Architektur ein „völlig beliebiges“ Bauwerk plane. Für die Bahn zähle offenbar nur noch Kostenminimierung und Rendite. Auch SPD-Fraktionschef Alexander Reissl äußerte sich kritisch. Er verlangte einen Kostenvergleich zwischen dem ursprünglichen Entwurf und den neuen Plänen. Den lieferte die Bahn dem Stadtrat jedoch nicht.

OB Christian Ude (SPD) äußerte Verständnis für den Ärger der Stadträte. Zugleich warb er für Entspannung: „Der Neubau des Bahnhofs ist ein großes Problem, das nur in der Zusammenarbeit und nicht im entfesselten Konflikt zu lösen sein wird.“

jop/mk

Auch interessant

Kommentare