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Mit seiner Entschuldigung bei Facebook positionierte sich Benjamin Krause öffentlich. Die Reaktionen unserer Leser dazu waren unterschiedlich.

Facebook-Entschuldigung nach Flüchtlings-Hetze

„Kleiner Schock“: Das denkt der Verfasser über die Anfeindungen

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München - Der Artikel über den Entschuldigungs-Post eines Münchners für seine Anti-Flüchtlings-Postings sorgte für unterschiedliche Reaktionen bei unseren Lesern. Jetzt hat der Verfasser darauf reagiert.

Vergangene Woche wandte sich ein User, Benjamin Krause, an uns. Sein Anliegen: Er hatte bei Facebook einen Entschuldigungs-Post abgesetzt, gerichtet an seine Freunde. Er habe in diesem Jahr einige Anti-Flüchtlings-Posts bei Facebook abgesetzt - dann sei er aber in sich gegangen. Er entschuldigt sich bei seinen Freunden - rund 15 Personen haben ihm wegen der aggressiven Postings bereits die Freundschaft gekündigt - und bittet um Verzeihung. 

Benjamin Krauses Statement endet mit dem Aufruf: „Bitte macht nicht den selben Fehler wie ich und glaubt den Propaganda-Ministern wie #AfD, #NPD, #Pegida #Petry #Trump (?) und Co., sie trichtern euch unwahres Zeug ein.“

Lob und Kritik: So reagierten unsere Leser

Die Reaktionen unserer Leser auf den Artikel fielen sehr unterschiedlich aus. Ein paar User lobten Krause für sein Umdenken.

„Es gibt viele Menschen, die sich von den Braunen da mitreißen lassen. Da sind Dialoge manchmal ganz gut, man merkt es ziemlich schnell ob man da was retten kann. Seht gut“, schreibt Sami Z. bei Facebook. Laut unserem User Gulab S. ist es nicht zu spät für Umkehr: „Was in der Früh verloren geht und am Abend auftaucht ist nicht verloren. Wenigstens jetzt kapiert.“ Und Sebastian H. schreibt: „Lieber ein lebendiger Fisch im Meer als ein toter Fisch im Strom. #OneinaMillion.“

Aber auch einige kritische Stimmen reihten sich in der Kommentarspalte unter dem Artikel ein.

Ein Leser schreibt in den Kommentaren: „Das ist ein "Fake". Dieser Facebook Account existiert gar nicht.“ 

Das stimmt nicht. Der Autor des Artikels war telefonisch mit dem Verfasser der Entschuldigung, Benjamin Krause, in Kontakt. Es existieren auch Screenshots der mittlerweile gelöschten Postings, auf die im Artikel Bezug genommen wurden. 

Ein paar Kommentare mussten laut unserer Community gelöscht werden, da sie offensichtlich Wahlwerbung enthielten. Ein klarer Verstoß gegen die Netiquette unseres Forums. 

Auch die Themenwahl der Redaktion wurde häufig in den Kommentaren kritisiert. Wir berichten allerdings häufig zum Beispiel in Form von Gastbeiträgen von Menschen, die eine besondere Geschichte zu erzählen haben. Zuletzt sorgte der Abschiedsbrief einer jungen Mutter, die München verlässt, für große Diskussion. In dem Fall wurde das Statement der Mutter ungekürzt veröffentlicht. 

Im Fall von Benjamin Krause hat sich der Autor mit ihm in Verbindung gesetzt und nicht nur das zugesandte Statement veröffentlicht, sondern auch Hintergründe im persönlichen Gespräch erfragt. 

So reagiert der Verfasser des Entschuldigungs-Posts auf den Gegenwind

Viele der Kommentatoren griffen Benjamin Krause persönlich an. Er sei „wankelmütig“, sein Schrei nach Aufmerksamkeit „armselig“ - es gab Beleidigungen in unserem Forum. Eine handvoll Leser nahmen die Veröffentlichung zum Anlass laut über eine Verschwörung nachzudenken: „Ein Untertan ganz nach Merkel und ihrer Medien Geschmack“, schrieb ein Leser mit dem Usernamen Bayer vs. Merkel.

Aber auch einige positive Reaktionen erreichten Krause: Bei Facebook schrieben ihn Fremde an und gratulierten zum Sinneswandel. 

Wir haben mit Benjamin Krause via Facebook-Chat gesprochen, wie es ihm nach der Veröffentlichung seines Posts am Freitag ergangen ist. 

Waren Sie erstaunt, dass Ihr Statement so viele Menschen erreicht hat?

Benjamin Krause: „Es war am Samstag früh schon ein kleiner Schock für mich. Dass das so schnell verbreitet war, schockierte mich, aber es hätte mir klar sein müssen.“

Wie haben Sie die Reaktionen in den sozialen Medien wahrgenommen? Haben Sie sich zu irgendeiner Zeit bedroht gefühlt?

Krause: „Ich wurde vereinzelt in den Kommentaren beschimpft, aber in der Realität nicht. Ich habe das Gefühl, manche Menschen grüßen nicht mehr, aber ist okay. Muss ja nicht.“

Haben Sie viele Leute kontaktiert und wie waren die Reaktionen insgesamt?

Krause: „Ja, am Samstag hatte ich viele Nachrichten. Ein Großteil kann es nicht fassen, dass ich auf den "Gutmenschen-Zug" aufgesprungen bin. Vereinzelt kommentieren Menschen auf meinen Social-Media-Accounts, aber da gab es bislang noch keine Beleidigungen.“ 

Würden Sie sich wieder so öffentlich positionieren, trotz des rauen Gegenwinds?

Krause: „Ja ich werde mich weiterhin dafür einsetzen. Ein TV-Sender hat auch schon für ein Interview angefragt. Ob ich das Interview mache, weiß ich noch nicht.“

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