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Hat sie einen nahen Verwandten bevorteilt? BKK-Chefin Sigrid König ist ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten.

Es geht um mehr als 300.000 Euro

Verdacht auf Spezlwirtschaft! Ermittlungen gegen BKK-Chefin

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BKK-Chefin Sigrid König droht Ungemach. Nach Informationen unserer Zeitung ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen sie. Es geht um Veruntreuung von mehreren hunderttausend Euro.

München - Es sind schwere Vorwürfe, die da erhoben werden: Wie die tz erfuhr, ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft München gegen die Chefin des Landesverbands der Betriebskrankenkassen Bayern (BKK), Sigrid König. Um was es geht? Der hauptamtlichen Vorständin wird Untreue vorgeworfen. Es soll um mehrere hunderttausend Euro gehen.

Die Zentrale des Landesverbandes der BKK in der Züricher Straße - es kehrt keine Ruhe ein. Erst im vergangenen Jahr sorgte der Fall eines gekündigten Abteilungsleiters für Aufsehen: Der genehmigte einer langjährigen Putzfrau eine Gehaltserhöhung und wurde gefeuert. Doch damit nicht genug: Die Krankenkasse zerrte den Mann auch noch vor Gericht. Der Vorwurf auch hier: Untreue. Es kam zu einer Verurteilung, weil der Angeklagte nicht alleinig über die Gehaltserhöhung entscheiden hätte dürfen.

Direkter Zusammenhang mit entlassenem Abteilungsleiter

Der Fall damals steht im direkten Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die Chefin - der Abteilungsleiter hat nämlich der Staatsanwaltschaft vertrauliche Unterlagen aus der Firma weitergeleitet. Darin soll, so sein Vorwurf, klar ersichtlich sein, dass die BKK-Chefin unter anderem eine viel zu hohe Abfindung an einen ausgeschiedenen Vorstand gezahlt habe. Der Schaden soll allein hier bei gut 300.000 Euro liegen. Zudem wird der Chefin vorgeworfen, einem nahen Verwandten einen lukrativen Beratungsvertrag besorgt zu haben, obwohl dieser für diese Aufgabe gar nicht qualifiziert gewesen sei. Also Spezlwirtschaft?

Die Staatsanwaltschaft bestätigte der tz, dass gegen die BKK-Chefin ermittelt wird. Das Ergebnis sei aber natürlich „offen“. Heißt in anderen Worten: Bisher ist noch nichts bewiesen. Die Unterlagen werden aber genau untersucht.

Krankenkasse vermutet Racheakt

Bei der Krankenkasse selbst kann man über die Vorwürfe nur den Kopf schütteln - man spricht von einem Racheakt: „Ein ehemaliger Mitarbeiter hat im Rahmen eines Strafverfahrens, in dem er zwischenzeitlich rechtskräftig wegen Untreue verurteilt wurde, der Staatsanwaltschaft ein Dokument übergeben, mit dem Hinweis, den Sachverhalt auf Untreue der Vorständin des BKK Landesverbandes Bayern zu überprüfen.“

Dieses Dokument stelle aber nur einen einseitigen Auszug aus einem Gesamtvorgang dar. Der Gesamtvorgang liege der Staatsanwaltschaft zwischenzeitlich vor. Nach Auffassung des BKK Landesverbandes Bayern ergebe sich aus dem Gesamtvorgang die Haltlosigkeit der Vorwürfe.

Armin Geier

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