Ohne Anzeigetafel: der Hauptbahnhof am Donnerstag.

Nach dem Chaos ist vor dem Chaos

Erst Brand, dann Schnee: Zwei schwarze Tage für die S-Bahn

Nach dem Chaos ist vor dem Chaos – kaum zwölf Stunden nach der großen Störung am Münchner Hauptbahnhof kam es Freitagfrüh zum nächsten Krisenfall.

München – Das S-Bahn-Chaos vom Donnerstagabend war kaum bewältigt, da brachte frischer Schnee die S-Bahn am Freitagfrüh erneut ausdem Takt. Mehrere Bäume, bereits belaubt und so der Schneelast besonders ausgesetzt, bogen sich in die Oberleitung. Die Folge: phasenweise Stillstand. So konnte die S4 in Fürstenfeldbruck zwischen 7.10 und 7.50 Uhr stadteinwärts nicht mehr fahren. Auch auf der Ostseite der S4, zwischen Haar und Zorneding, ging ab 7 Uhr nichts mehr. Ein Turmtriebwagen der Bahn rückte dort an und schnitt Äste zurück. Erst ab 13 Uhr war die Strecke wieder frei. Pendler mussten auf Taxen oder Busse ausweichen. Schüler, die etwa von Trudering aus die Realschule in Vaterstetten besuchen, kamen nicht vom Fleck und schwänzten unfreiwillig. Nichts mit dem Schnee zu tun hatte eine weitere Störung: Ein Betrunkener blockierte die Gleise der S2 bei Riem.

„Für solche Fälle ist vorgesorgt“

Zum Teil bekamen die Fahrgäste am Morgen aber auch noch die Nachwirkungen des großen Störfalls vom Donnerstag zu spüren. Wie berichtet, hatte der Schmorbrand eines Trafokastens, der unter einer Rolltreppe im S-Bahn-Geschoss des Hauptbahnhofs installiert war, kurz nach 17 Uhr den S-Bahn-Verkehr zum Erliegen gebracht. Daraufhin gingen im Zwischengeschoss und selbst in der Haupthalle die Lichter aus, auch Anzeigetafeln erloschen. Es wurde dunkel. Aber nur kurz, wie Bahnsprecher Franz Lindemair betont: „Für solche Fälle ist vorgesorgt: Die Notstromversorgung funktionierte wie geplant.“

Eigentlich hätte der Kurzschluss keine Auswirkungen auf den S-Bahn-Verkehr gehabt – Fahrstrom und Stromversorgung des Bahnhofsgebäudes sind nicht miteinander verbunden. Doch die Feuerwehr verfügte die sofortige Abschaltung der Oberleitung. Drei S-Bahn-Züge blieben im Tunnel stecken, fünf weitere an den Bahnhöfen – viele Tausend Reisende mussten Verspätungen im Ausmaß von Stunden in Kauf nehmen. Erst gegen 20 Uhr beruhigte sich die Lage. Die Störung wirbelte den Betrieb so durcheinander, dass viele S-Bahnen am Morgen nicht dort standen, wo sie regulär eingeplant waren. „Wir mussten Takt-Verstärker rausnehmen“, sagt der Bahnsprecher – etwa bei der S3. Teilweise fuhren die Züge auch nicht in gewohnter Länge, sondern verkürzt.

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