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Erst Honig, dann Saures

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München - Die CSU wirft Oberbürgermeister Christian Ude Fahnenflucht aus dem Olympiapark-Aufsichtsrat vor.

Ein vergiftetes Lob für Oberbürgermeister Christian Ude gab es gestern von der Rathaus-CSU. Wie berichtet, will Ude seinen Sitz im Aufsichtsrat des Olympiaparks an Sportbürgermeisterin Christine Strobl (beide SPD) abtreten. Als der OB seine Entscheidung offiziell machen wollte, schmierte ihm CSU-Stadtrat Manuel Pretzl plötzlich Honig um den Bart und bat ihn, im Amt zu bleiben.

Der kürzlich bekannt gewordene Verzicht der USA auf eine Bewerbung für die Olympischen Spiele 2022 habe Münchens Chancen auf das Sportereignis erhöht. Zudem sei der Sanierungsbedarf eine enorme Herausforderung. Ohne Kritik an Strobl zu üben, umwarb die CSU den Oberbürgermeister, angesichts solch wichtiger Themen am Ruder zu bleiben.

„Von der eigenen Unentbehrlichkeit hört man immer gern“, sagte Ude geschmeichelt - blieb aber bei seiner Entscheidung. Die für Olympia notwendigen Absprachen seien beendet, alle nötigen Pläne lägen im Falle einer erneuten Bewerbung in der Schublade. Die anstehenden Entscheidungen bezüglich Neu- und Umbauten seien Sache der Sportbürgermeisterin.

So friedlich die kurze Debatte im Ausschuss verlief, so giftig ist die Pressemitteilung, die die CSU hinterher schickte. Der OB begehe „Fahnenflucht“, so der Vorwurf. Ude kehre dem Olympiapark den Rücken zu, weil ein „ganz erheblicher Sanierungsbedarf mit davon galoppierenden Kosten auf die Stadt zukommt“. Ein weiteres Millionengrab wie die Kliniken könne Ude nicht gebrauchen. „Das erhärtet unseren Verdacht, dass er einen ,Klotz am Bein‘ möglichst elegant loswerden wollte“, schreibt der Chef der Rathaus-CSU, Josef Schmid. tom

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