Polizeieinsatz am Ostbahnhof - Für S-Bahnen gesperrt

Polizeieinsatz am Ostbahnhof - Für S-Bahnen gesperrt
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Abdul H. (27). Sein Fall ist der erste seiner Art in München.  

Nach neuem Recht

Erster Po-Grapscher verurteilt: Er muss 1200 Euro zahlen

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Seine Attacke kam wie aus dem Nichts. Von hinten hatte sich Abdul H. (27) an Marinella G. herangepirscht. Jetzt wurde H. als erster Grapscher nach neuem Recht verurteilt.

München - Zum ersten Mal ist am Donnerstag am Münchner Amtsgericht ein Sexualstraftäter nach dem neu eingeführten Recht verurteilt worden. Weil Abdul H. (27) am 15. April eine Frau in der Fußgängerzone begrapscht hat, muss er 1200 Euro Geldstrafe zahlen.

Seine Attacke kam wie aus dem Nichts. Von hinten hatte sich Abdul H. (27) an Marinella G. herangepirscht. Dann griff er der hübschen Italienerin blitzschnell ans Gesäß und zwischen die Beine. Der Täter kam aber nicht weit. Zwei Polizisten konnten ihn am U-Bahnhof Marienplatz festnehmen, nachdem Marinella G. sie um Hilfe gebeten hatte.

Bis vor einiger Zeit hätten die Beamten den Mann wieder laufen lassen müssen. Vor Gericht stand er gestern nur dank des neu eingeführten Paragrafen 184i: Demnach können auch Täter angeklagt werden, die Personen gegen ihren Willen begrapschen. Gab es zuvor lediglich den Tatbestand der sexuellen Beleidigung, sind nun auch Prozesse wegen sexueller Belästigung möglich. In schweren Fällen stehen darauf Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren.

„Ich war empört und spürte großen Ekel“, hatte Marinella G. der Polizei nach dem Vorfall zu Protokoll gegeben. Ihre Aussage wurde gestern verlesen, weil sie nicht zum Prozess erschienen war. Die beiden Polizisten bestätigten ihre Version aber und sagten als Zeugen gegen Abdul H. aus, der seit der Tat in der JVA Stadelheim in Untersuchungshaft saß. Vor Gericht gab er sich kleinlaut: „Es tut mir sehr leid. Ich bereue alles und schäme mich.“ Er sei betrunken und sexuell frustriert gewesen. „Es war ein einmaliger Vorfall“, sagte Verteidiger Stefan Korn.

Das Amtsgericht ahndete den Übergriff dennoch. Richter Dingerdissen sah den Fall zwar nicht als schwerwiegend an, brummte H. aber eine Geldstrafe auf: 1200 Euro muss der Grapscher zahlen. Stefan Korn zufolge gebe es aktuell „keine weiteren vergleichbaren Fälle“. Abdul H. hatte sogar noch Glück: Nach dem Urteil wurde er trotz Vorstrafen aus der Haft entlassen.

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