Banden betreiben Schindluder mit Wartemarken

Schwarzmarkt in Kfz-Zulassungsstelle in Essen - auch in München möglich?

Essen - In der Essener Kfz-Zulassungsstelle betrieben Kunden in letzter Zeit offenbar Handel mit Wartemarken für freie Termine. Ohne Geld ging gar nichts mehr. Die Behörde unterband dies nun.

Vor etwa einem Monat sei Mitarbeitern des Kfz-Zulassungsamtes Essen das merkwürdige Treiben erstmals aufgefallen: Kunden, die nach 8 Uhr in der Zulassungsstelle erschienen, hätten keine Chance mehr gehabt, einen freien Termin zu bekommen. Das sagte ein Mitarbeiter der Behörde dem Onlineportal Der Westen.

"Bestimme Personengruppen" hätten nach Angaben der Stadt stapelweise Wartemarken gezogen und diese für bis zu 50 Euro an verzweifelte Kunden verhökert. Nach Beobachtungen eines Mitarbeiters der Dienststelle handelte es sich um Männer aus Südosteuropa, die als Gruppe operierten. Dies schreibt der Westen.

Als erste Reaktion postierte das Amt Sicherheitspersonal neben den Ausgabeautomaten. Auch würden Bürger seit den Vorfällen nach ihrem Anliegen befragt, um Wartemarken-Betrüger frühzeitig zu identifizieren. Dies habe zur Entspannung der Lage beigetragen.

Kein Problem in München

In München seien Vorfälle dieser Art nach Angaben des Pressesprechers des KVR,  Johannes Mayer, noch nicht vorgekommen. Möglicherweise sei dies dem effizienten System der Wartemarkenausgabe zu verdanken: Ohne Angabe des Anliegens beziehungsweise Prüfung der vorzulegenden Unterlagen würden in der Kfz-Zulassungsstelle und im Bürgerbüro keine Termine vergeben. Die langen Wartezeiten, mit denen sich die Münchner und Neu-Münchner seit einiger Zeit arrangieren müssen, haben ihre Ursprünge bekanntermaßen woanders.

Weitere Entlastung des Bürgerbüros in Planung

Johannes Mayer hat nun gute Nachrichten: Die Probleme mit dem IT-System, die noch im Mai für Furore gesorgt hatten, seien mittlerweile weitestgehend behoben. Ab 2017 werde eine Online-Terminvereinbarung für das Bürgerbüro angeboten und im April werde mit dem Bau eines weiteren Stockwerkes auf dem KVR-Hauptgebäude begonnen. Dort werden voraussichtlich ab Ende 2018 die so dringend benötigten neuen Mitarbeiter des Bürgerbüros ihren Platz finden und hoffentlich zu einer weiteren Verkürzung der Wartezeiten beitragen.

lg

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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