500 000 Euro Schulden angehäuft

München - Wirt der „Nachtkantine“ wegen Steuerhinterziehung und Vorenthaltung von Arbeitslohn zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.

Der Restaurant-Chef Gökhan K. (31) hat sich eindeutig übernommen, als er in der „Nachtkantine“ die Gastronomie übernahm. Er blieb dem Fiskus eine sechsstellige Summe schuldig, und ebenso viel den Krankenkassen seiner Mitarbeiter. Die Quittung überreichte ihm vor dem Landgericht die Staatsanwaltschaft: eine Anklage wegen Steuerhinterziehung und Vorenthaltung von Arbeitsentgelt.

Vor fünf Jahren hatte der Wirt mit Partnern das Restaurant in der Feierlandschaft Optimolwerke übernommen. Allein die Pacht kostete monatlich 25 000 Euro, enorme Summen waren fürs Personal fällig. Gökhan K. hatte überdies eine erhebliche Ablöse geleistet.

Die anderen machten nicht mehr mit, der Druck wurde immer größer, die Pachtschulden kletterten auf astronomische 500 000 Euro. Gleichzeitig seien „immer schlechtere Gäste“ gekommen, so der Angeklagte. In dieser Situation wusste der Wirt nicht mehr aus noch ein.

Das Gericht glaubte ihm, dass er nicht böswillig dem Finanzamt und den Kassen die fälligen Steuern und Beiträge vorenthielt. Der Angeklagte, vertreten durch Anwalt Klaus Gussmann, kam mit einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren davon. Während der Bewährungsfrist von fünf Jahren muss er monatlich 500 Euro an den Fiskus abführen.

Sarah List

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