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Das Thermometer zeigt es an: In der Wohnung von Ingeborg Bader war es tagelang eiskalt.

Gericht klärt Vorwürfe

Bewohnerin klagt an: Mein Miet-Horror bei ­Ex-Bayern-Star Lell

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Es gibt erneut Ärger für Christian Lell. Der ehemalige Spieler des FC Bayern muss erneut vor Gericht. Angeklagt hat ihn seine ehemaligen Mieterin, die sich über die Wohnbedingungen beschwert.

München - Wieder Gerichts-Ärger für Christian Lell (32)! Das Amtsgericht schickte dem Ex-Bayern-Kicker kürzlich einen Strafbefehl in seine Villa in Straßlach (Kreis München). Nach einigen Eskapaden in der Vergangenheit muss sich Lell nun wegen Nötigung verantworten. Am Dienstag kommt es vor dem Amtsgericht zum Prozess. Bei uns spricht Ingeborg Bader über ihre Horror-Zeit als Lells Mieterin.

„Er wollte mich aus der Wohnung ekeln“, erzählt Ingeborg Bader. Die Leiterin einer Werbeagentur lebte fast acht Jahre in einem Anbau des Anwesens an der Frundsbergstraße. Die Villa steht im Besitz der C.L. GmbH, deren Geschäfte Lells Mutter Franziska führte. Wie die tz erfuhr, war auch Lell selbst zu diesem Zeitpunkt bei der Firma tätig, ist seit März sogar als Geschäftsführer eingetragen. Ende 2015 soll er den Entschluss gefasst haben, die Villa – in der er auch selbst lebt – zu verkaufen. 

Kein Strom und keine Heizung?

Im Internet schaltete er deshalb eine Anzeige. Das Problem: Ingeborg Bader, die einen unbefristeten Mietvertrag mit der C.L. GmbH geschlossen hatte. Doch weil unvermietete Immobilien auf dem Markt höhere Summen einbringen, soll der einstige Fußballprofi die alleinlebende Frau mit fiesen Methoden schikaniert und zum Auszug gedrängt haben – so die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft.

In den Wintermonaten 2015 begann der zur Realität gewordene Albtraum, sagt Ingeborg Bader. Mehrmals soll Lell seiner Mieterin den Strom abgedreht haben. Weil nur er Zugang zu den zentralen Schaltkästen hatte, saß Bader immer wieder im Dunkeln. „Ich arbeite hauptsächlich von meiner Wohnung aus. Ich hatte keinen Zugang zu Telefon, Internet, die Lebensmittel in meiner Tiefkühltruhe waren verdorben“, sagt Bader. Zu den Vorwürfen ließ Lell auf tz-Nachfrage über seinen Anwalt Gernot Lehr ausrichten: „Die Stromausfälle resultierten aus Überspannungen, die Frau Bader durch Fehlgebrauch selbst herbeigeführt hatte. Diese führten beinahe zu Hausbränden.“

Lell-Anwalt Lehr: „Er dachte, dass Öl war verbraucht“

Weiterer Vorwurf: Christian Lell soll seine Mieterin tagelang in der eiskalten Wohnung sitzen gelassen haben. Bader: „Ich saß teilweise bei minus 9 Grad in meiner Wohnung.“ Aus Verzweiflung flüchtete sie mehrmals ins Hotel. Anwalt Gernot Lehr: „Mein Mandant ging davon aus, dass das Öl verbraucht war, bestellte daraufhin sofort eine Lieferung.“ Auch die Hotelkosten, sowie die Zahlungen an Elektro-Fachfirmen fordert Ingeborg Bader zurück.

Christian Lell, hier 2014 auf dem Oktoberfest, muss sich gegen heftige Vorwürfe wehren.

Bader: „Einmal verließ er stundenlang das Haus und ließ die Musik laufen.“ Lells Anwalt wiegelt allerdings ab: „Der Vorwurf der Ruhestörung ist unbegründet und beruht auf bloßen Erfindungen. Seit einem Jahr lebt Bader nun woanders. Sie sagt: „Ich träume noch immer von ihm. Aber ich will die ganze Sache jetzt endlich abschließen.

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