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Die Angeklagte ­Julia A.

27-Jährige verurteilt

Ex-Prostituierte rastet aus - "Es war Stress"

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München - Eine ehemalige Prostituierte musste sich in München vor Gericht verantworten. Sie war in einem Taxi ausgerastet. Nicht zum ersten Mal.

Lässig streift sie mit den Fingern durch ihren blonden Haare, schlägt die Beine übereinander und lächelt. Julia A. (27, Name geändert) ist ein Hingucker im Gerichtssaal. Eine nette Frau – so scheint es. Am 3. Mai 2015 zeigte sie aber ihr anderes Gesicht. Einer Freundin sprühte sie nachts im Taxi Pfefferspray ins Gesicht. Im Streit zogen sie sich an den Haaren – so fest, dass vier Büschel zentimeterlang ausgerissen waren. Die Frauen hatten um einen Mann gebuhlt. „Ich habe nicht gezielt gesprüht“, sagt Julia A. Die Freundin erwischte es aber voll in den Augen, sie erlitt schlimme Schmerzen.

Früher Prostituierte, ein Kind, kaum Kontakt zum Vater, nur 800 Euro Verdienst und einige Vorstrafen: Julia A.s Probleme könnten kleiner sein. Am 29. Juni 2015 rastete sie erneut aus und beschimpfte einen Bekannten als pädophilen Freier. „Das war in einer Stresssituation“, sagt sie.

Mittlerweile hat A. einen neuen Lebensgefährten. Ihr Leben heute: viel solider. Zu den angeklagten Taten sagte Verteidiger Adam Ahmed: „Aus meiner Sicht liegt ein minderschwerer Fall vor.“ Das sah Richter Andreas Schätzl anders: Er verurteilte Julia A. wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung zu sieben Monaten Haft auf Bewährung.

thi

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