Autobahnbrücke in Italien eingebrochen - Fahrzeuge in die Tiefe gestürzt?

Autobahnbrücke in Italien eingebrochen - Fahrzeuge in die Tiefe gestürzt?
+
Der ehemalige Direktor des Naturhistorischen Museums in Bern, Marcel Güntert, steht am in seinem ehemaligen Museum vor Vogelpräparaten.

Auch in München aktiv

Exponate in Museen beschädigt: Der Federdieb muss ins Gefängnis

Nach einer jahrelangen Diebestour durch Museen in Deutschland, der Schweiz und Österreich muss ein Schweizer Federdieb nun für ein Jahr ins Gefängnis.

München - Wenige Tage vor seinem 45. Geburtstag verurteilte das Strafgericht in Basel den Mann am Mittwoch wegen Diebstahls und Sachbeschädigung zu drei Jahren Haft, wie ein Gerichtssprecher bestätigte. Zwei Jahre davon sind zur Bewährung ausgesetzt. Vergeblich hatte der Anwalt des Angeklagten auf eine Strafe nur zur Bewährung plädiert. Der zweifache Familienvater war nach eigenen Angaben sammelsüchtig. Er ist, seitdem er 2012 aufflog, in Psychotherapie, wie sein Anwalt sagte.

Wie berichtet, hatte sich der bislang unbescholtene Mann über Jahre als vermeintlicher Hobbywissenschaftler Zugang zu normalerweise verschlossenen Sammlungen in mindestens sieben Museen verschafft. Er war unter anderem in Stuttgart, Berlin, Frankfurt und München aktiv. Die Experten blendete der Mann mit seinem Fachwissen über Greifvögel. Einmal allein gelassen, rupfte er aus den Gefiedern einzelne Federn oder riss den toten Vögeln ganze Flügel ab. So wie in der Zoologischen Staatssammlung München: Hier brach der Sammler, wenig zimperlich, von dem historischen Präparat eines Kaiseradlers kurzerhand einen Flügel ab und nahm ihn mit.

Die Staatsanwältin hatte der Mann kurz vor seinem 45. Geburtstag mit seiner Sucht nicht überzeugt. „Hohe kriminelle Energie“ bescheinigte sie ihm. Von einer Persönlichkeitsstörung wollte sie nichts wissen. Seit er 2012 erwischt wurde, macht der Mann nach eigenen Angaben eine Therapie. Sein Verhalten sei ihm heute unerklärlich.

Zwei Kinder, einen Job, mittleres Einkommen und nicht vorbestraft – sein Mandant sei ein „Durchschnittsschweizer, wie er im Buche steht“, sagt Anwalt Daniel Borter.

Ein Mann allerdings mit ungewöhnlichem Hobby. Seit er zehn Jahre alt sei, habe er Federn gesammelt, sagte er im Prozess. Wann daraus die Begierde wurde, von jeder Greifvogelart der Welt eine Feder besitzen zu wollen, weiß er heute nicht mehr. Heute sei ihm die Sammlung, die einst ein so wichtiger Teil seines Lebens war, egal, sagt der Mann.

Die Polizei beschlagnahmte in der Wohnung des Mannes mehr als 17 000 Federn. Viele habe er allerdings legal erworben, sagt der 45-Jährige. Im Internet gibt es für alles einen Markt. Auch seltene Federn werden dort auf einschlägigen Tauschbörsen feilgeboten. Seit er davon ab ist, will er auch von seiner Sammlung nichts mehr wissen. Die Museen könnten alles haben, sagte er im Prozess. Er wolle helfen, den Schaden wiedergutzumachen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Erika Blumberger ist tot
Die Witwe von Schauspieler-Legende Willy Harlander ist mit 95 Jahren im Pflegeheim gestorben. Die Trauerfeier findet am Ostfriedhof statt.
Erika Blumberger ist tot
Darum ging es beim Hunde-Flashmob am Wittelsbacherplatz
Zamperl-Alarm in der Innenstadt! Am Samstag trafen sich Münchens Herrchen und Frauchen mit ihren Schützlingen am Wittelsbacherplatz. Der Grund: der erste Münchner …
Darum ging es beim Hunde-Flashmob am Wittelsbacherplatz
Eis, Bier, Bäder: Dieser Sommer bricht Rekorde nicht nur auf dem Thermometer
Eis, Bier, Bäder: Höchstwerte gibt es in diesem Sommer nicht nur auf dem Thermometer. Und das Beste ist: Jetzt kommt noch mehr Sonne.
Eis, Bier, Bäder: Dieser Sommer bricht Rekorde nicht nur auf dem Thermometer
Erstmals Ministrantinnen in Dompfarrei: Frauendienst in der Frauenkirche
Drei junge Frauen zwischen 16 und 21 sind ein Novum in der Geschichte der Frauenkirche in München. Nicole Tolve, Svea Straßburger und Katrin Behnam sind die ersten …
Erstmals Ministrantinnen in Dompfarrei: Frauendienst in der Frauenkirche

Kommentare