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Der Trend ist eindeutig: München wächst und immer mehr Menschen nutzen die Öffentlichen. Die Tabelle gibt die Fahrgastzahlen in Millionen an.

Politik soll Weichen stellen

Fahrgastrekord: MVG warnt vor Kollaps

München - Die Münchner Verkehrsgesellschaft hat den zehnten Fahrgastrekord in Folge vermeldet. 555 Millionen Fahrgäste nutzten im vergangenen Jahr U-Bahn, Bus und Tram.

1,5 Millionen Menschen wohnen seit Kurzem in München, und das Wachstum wird in den nächsten Jahren anhalten, darin sind sich Experten einig. Gleichzeitig ist das Autofahren in der Stadt zunehmend unattraktiv. Die Folge ist ein Boom bei den öffentlichen Verkehrsmitteln in der Stadt. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) verzeichnete 2014 den zehnten Nachfrage-Rekord in Folge. 555 Millionen Fahrgäste waren im vergangenen Jahr mit den MVG-Verkehrsmitteln U-Bahn, Bus und Tram unterwegs, rund elf Millionen mehr als 2013. Dies entspricht einem Plus von rund zwei Prozent. Bundesweit lag der Zuwachs beim Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bei nur 0,6 Prozent. Erneut gab es in allen drei MVG-Betriebszweigen deutliche Zuwächse: Den größten Anstieg verzeichnete das Unternehmen bei der Trambahn. 2014 nutzten 118 Millionen Menschen die Trambahn, 12,4 Prozent mehr als im Jahr davor. Der vergleichsweise starke Anstieg ist laut MVG vor allem auf die Verlängerung der Linie 19 nach Pasing, die Einführung des „Takt 10 bis 10“ und weitere Ausweitungen bei der Linie nach St. Emmeram zurückzuführen.

U-Bahn sind 2014 ebenfalls so viele Menschen wie nie zuvor in München gefahren. Die Zahl der Fahrgäste stieg von 384 auf 390 Millionen. Die Busse der MVG beförderten im vergangenen Jahr 187 Millionen Bürger, das entspricht wie bei der U-Bahn einer Steigerung um 1,6 Prozent.

Bei der MVG ist man zufrieden mit sich. „Ohne den ÖPNV würde München im Verkehrschaos versinken, zumal bei weiter steigenden Einwohnerzahlen“, sagt Geschäftsführer Herbert König. Die erneute und wiederum überdurchschnittliche Steigerung der Nachfrage zeige, dass der Nahverkehr der MVG trotz mancher Kapazitätsengpässe in den Hauptverkehrszeiten weiter „sehr attraktiv“ sei. Mit neuen und zusätzlichen Fahrzeugen will das Unternehmen sein Angebot weiter verbessern.

Der Chef schüttet allerdings auch Wasser in den Wein, und dies reichlich. König treibt die Sorge um, dass die MVG mit dem Wachstum Münchens nicht Schritt halten kann. „Neue Strecken wie die Tram-Westtangente und die U9 sind unverzichtbar, damit der Nahverkehr zukunftsfähig bleibt und mittelfristig nicht kollabiert“, so der MVG-Boss, der die Politik in die Pflicht nimmt. Diese müsse „die richtigen Ausbauprioritäten setzen“ und für eine „ausreichende Finanzierung“ sorgen.

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