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Das kleine Festzelt der Wildmosers war 35 Jahre lang fester Bestandteil des Oktoberfests.

Wirte-Ära geht zuende

Familie Wildmoser gibt ihr Festzelt und ein Wirtshaus ab

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35 Jahre lang war die Familie Wildmoser mit ihrer Hühner- und Entenbraterei auf der Wiesn zu finden – jetzt zieht sie sich aus der Gastronomie zurück. Nicht nur das Festzelt, auch ihr Wirtshaus in der Messestadt gibt sie zum Jahresende ab.

Eva Kasper wirkt erleichtert. Endlich ist die Nachricht raus. Gerade hat sie die Rundmails an ihre langjährigen Kunden verschickt: Die Familie zieht sich aus der Gastronomie zurück – nach mehr als drei Jahrzehnten. Eine Münchner Wirte-Ära geht zu Ende.

Kasper ist die Tochter des Großgastronoms und ehemaligen TSV-1860-Präsidenten Karl-Heinz Wildmoser. Seit seinem Tod im Jahr 2010 betreibt die 54-Jährige die Hühner- und Entenbraterei auf der Wiesn zusammen mit ihrer Mutter Theres Wildmoser. 1981 erwarb die Familie das kleine Festzelt, das immerhin 320 Gästen Platz bietet. Im kommenden Jahr bleibt es im Lager.

Die Entscheidung sei eine „rein menschliche“ gewesen, wie Kasper es ausdrückt. Die Familie habe sich gemeinsam entschieden, die Betriebe nicht mehr weiterzuführen. „Ich bin in die Gastronomie reingeboren und habe mein Leben lang nichts anderes gemacht“, sagt Kasper. Zeit für Freunde und Familie sei oft auf der Strecke geblieben. Zudem hätte man in näherer Zukunft viel Geld in die Betriebe stecken müssen – sowohl ins Wiesnzelt als auch ins Wirtshaus „König Ludwig an der Messe“, das Kasper zusammen mit ihrem Mann Werner (56) betreibt. „Das sind zwei wichtige große Geschäfte und enorme Investitionen“, sagt Eva Kasper. Man habe nichts aufs Spiel setzen wollen.

Das Wirtshaus in den Riem-Arcaden sei jahrelang ihr „Baby“ gewesen, sagt Kasper. Am Dienstag ist es die Wirtin selbst, die sich dort gleich am Telefon meldet. Dennoch übergeben sie und ihr Mann die Schlüssel zum Jahresende. „Wir haben Nachfolger gefunden, die es bestimmt genauso gut weitermachen.“ Wehmütig wirkt Kasper nicht. „Wenn wir einen Schritt machen, dann richtig“, sagt sie. Auch ihr Sohn, der immer gerne mitgeholfen habe, gehe nun seinen eigenen Weg. Ungewöhnlich für eine alteingesessene Münchner Wirtefamilie, werfen die Wiesnzelte doch für gewöhnlich gute Gewinne ab.

Freuen können sich die Stadt und die anderen Wiesnwirte: Bei den Hühnerbratereien herrschte in den vergangenen Jahren ein Hauen und Stechen um die knappen Standplätze. Jetzt, da wieder Platz für ein kleines Zelt frei wird, dürfte Ruhe einkehren.

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