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Um sie geht es: Zwei Familien streiten um Dackeldame Bonnie.

Dackel muss wohl weg aus Bayern

Irrer Prozess um Findelhündin Bonnie

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München - Wegen eines Dackels streiten zwei Familien vor Gericht. Während ein Ehepaar aus Brandenburg ihre Bonnie zurückhaben will, winkt ein Paar aus Bayern ab.

Ende im Dackel-Drama? Ein Ehepaar aus Brandenburg will Hündin Bonnie zurück. Die war dort vor vier Jahren verschwunden. Touristen aus Markt Schwaben hatten das Tier gefunden und kurzerhand nach Bayern mitgenommen. Jetzt hat ein Gericht entschieden, die Urteilsverkündung ist nächste Woche. Die tz hat aber schon erfahren: Bonnie muss wohl nach Berlin dackeln!

Manfred Kühl war den Tränen nahe, als Dackeldame Bonnie plötzlich weg war. Der Förster hatte sie nur wenige Momente im Auto allein gelassen, bei offener Tür. "Wie soll ich das der Großmutter erklären", fragte er seinen Enkel. "Wir sind nochmal in den Wald gefahren und haben alles abgesucht", sagte der Enkel im rbb Fernsehen. Aber Bonnie blieb verschwunden. Fast zwei Jahre lang.

Dann taucht der Dackel wieder auf. Im Münchner Umland! Es stellt sich heraus: Ein Paar aus Bayern hatte den neun Monate alten Hund gefunden und mitgenommen. Die Finder wollen 2014 vom Züchter neue Papiere. Dieser wiederum informiert die ursprünglichen Besitzer, Jutta und Manfred Kühl aus Ferch bei Berlin.

Finder wollen Bonnie nicht mehr hergeben

Dass es sich bei dem Hund um Bonnie handelt, ist schnell klar, denn das Tier ist per Chip eindeutig identifizierbar. Doch längst nicht alles ist so eindeutig: Die Finder aus Markt Schwaben weigern sich, das Tier wieder herauszugeben. "Ich habe ihnen eine E-Mail geschrieben, als Antwort habe ich erhalten, dass Bonnie nun ein Teil ihrer Familie sei und dies auch bleiben werde", sagt Jutta Kühl (70) der tz.

Die 70-Jährige wollte Bonnie aber nicht aufgeben, sie war ein Geburtstagsgeschenk für ihren Mann Manfred. "Es sollte unser letzter Hund werden, wir sind beide über 70", sagt Kühl. Das Tauziehen ums Tier beschäftigte fortan die Gerichte.

Brandenburger bekommen in erster Instanz Recht

In erster Instanz bekamen die Brandenburger Recht: Der Hund sei ihr Eigentum, eine Nicht-Herausgabe entspräche einer Unterschlagung. Das Gericht habe zudem den Findern einen Anspruch auf Erstattung aller Kosten für Bonnie, etwa für Futter oder Behandlungen beim Tierarzt, zugesprochen, sagte eine Sprecherin des Landgerichts Potsdam.

Seit Mittwoch wird vor dem Landgericht in zweiter Instanz um den Hund gerungen. Die Urteilsverkündung ist für 10. August angesetzt. Laut Jutta Kühl nur noch eine Formalität. "Bonnie kommt zurück", sagt die 70-Jährige der tz: "Und wir freuen uns, sie ist ein Teil unserer Familie."

S. Karowski

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