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Farbenfrohe Prozessionen an Fronleichnam in Bayern

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München/Bamberg/Würzburg - Mit farbenfrohen Prozessionen und Gottesdiensten haben mehr als 1,5 Millionen Menschen in Bayern nach Angaben der katholischen Kirche am Donnerstag Fronleichnam gefeiert. Bei kühlem Maiwetter zogen in München, Augsburg, Bamberg, Würzburg und anderen Bischofsstädten Prozessionen mit Monstranzen durch die Straßen.

Vor der Mariensäule im Zentrum Münchens feierte erstmals der neue Erzbischof Reinhard Marx mit mehreren tausend Gläubigen den Fronleichnams-Gottesdienst. Am Staffelsee bei Murnau fuhren bei der traditionellen Seeprozession eine Flotte von 50 Ruderbooten und eine Fähre zu der Kapelle auf der Seeinsel Wörth.

Erzbischof Marx rief die Menschen auf, ihren Glauben auch im öffentlichen Leben sichtbarer zu machen. Damit könnten sie dem Eindruck entgegenwirken, der Glaube in Bayern werde zu einem "gesellschaftlichen Randphänomen". Bei der anschließenden rund drei Kilometer langen Prozession trug Marx die Monstranz durch die Innenstadt. Sein Vorgänger, Kardinal Friedrich Wetter, ging nach Angaben des Erzbischöflichen Ordinariats bei der Prozession mit.

Bambergs Erzbischof Ludwig Schick wies in seiner Predigt auf die Folgen der Armut hin. "Es muss mehr Geld in die Hände der einfachen Leute", sagte er mit Blick auf die jüngste Debatte über Armut und Mindestlöhne in Deutschland. Von seiner Arbeit müsse jeder Arbeiter mit seiner Familie leben können. Schick beklagte die brutalen Übergriffe auf Zuwanderer aus ärmeren afrikanischen Ländern in Südafrika. Der Erzbischof übte auch Kritik am Bundesparteitag der rechtsextremen NPD an diesem Wochenende in Bamberg. "Durch die Straßen von Städten und Dörfern, durch die der Heiland getragen wird, (...) kann es keine fremdenfeindlichen Aufmärsche, Aktionen und Parolen geben", sagte Schick laut Mitteilung.

In Würzburg erklangen erstmals alle 20 Glocken des Kiliansdoms. Nach Angaben des Bischöflichen Ordinariats verfügt der Dom über das zahlenmäßig größte Geläut in Deutschland - von der nur 38 Kilogramm schweren Auferstehungsglocke des Zimbelgeläuts bis zur 9 Tonnen schweren Salvator-Glocke.

Fronleichnam geht auf die mystische Vision einer 16-jährigen Augustinernonne im Bistum Lüttich zurück und war 1264 vom damaligen Papst Urban IV. zum allgemeinen Kirchenfest erhoben worden. Für die katholische Kirche wird mit diesem Fest die Verehrung des Leibes und Blutes Christi gefeiert. Die Prozessionen sind seit dem 14. Jahrhundert historisch belegt.

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