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Immer der roten Nase nach: Die Damischen Ritter führen den Faschingsumzug an.

Faschingsumzug der Damischen Ritter

Münchens Narren trotzen dem Wetter

München - Wer behauptet im Münchner Fasching wäre nichts geboten? Beim Umzug der Damischen Ritter trifft sich ein buntes Völkchen – selbst so manches Haustier ist kostümiert.

Das Wetter ist trüb, die Stimmung nicht. Am Sendlinger Tor herrscht schon freudige Erregung. Um Punkt 13.13 Uhr wird es losgehen. Überall bunte Kostüme, lustige Wagen, fantasievoll geschminkte Gesichter. Die 38 Vereine und Gruppen, die dieses Jahr beim traditionellen Faschingsumzug der Damischen Ritter dabei sind, gehen in der Herzog-Wilhelm-Straße in die Startposition.

Aus Lautsprechern dröhnt Partymusik. Es ist weniger los als im Vorjahr, denn es ist ungemütlich und kalt, aber, „ach mei, das Wetter, man kann es ja nicht ändern“, sagt Dietger Grosz, 2. Vorsitzender der Damischen Ritter, die mit 30 Mitgliedern angerückt sind, und lacht gut gelaunt. Stolz deutet er auf den imposanten neuen Wagen des Vereins. „Zwei Mann haben den gebaut – allein.“

Dackeldame Sissy (8) interessiert das alles wenig. Dafür ist sie selbst ein echter Faschings-Hingucker. Ihr Herrchen Werner Waldhütter (56) – selbst völlig unkostümiert – hat sie mit einem bunten Schnullerhalsband ausstaffiert. Dackelehemann Kini trägt ein überdimensionales Stachelhalsband. Zu dritt warten sie nun stoisch darauf, dass der Umzug losgeht und sie ein Stückerl mitlaufen können.

Fesch verkleidet: Dackeldame Sissy.

In der Sendlinger Straße geht es wilder zu. Dort feiert ausgelassen singend eine Gruppe Männer und Frauen. Es sind Kölner, die in München leben. Sie fiebern im Nieselregen dem Umzug entgegen. Richtung Marienplatz wird es langsam voller, auch dort ertönen Kölle-Alaaf-Rufe, viele seufzen auch wegen des Wetters, dann endlich nähert sich der närrische Zug wie ein bunt wogendes Meer. Vorneweg die damischen Ritter, Bonbons fliegen ins Volk. Unterdessen geht bei „Humba Täterä“-Klängen der Niesel- in penetranten Schneeregen über. Trotzdem kommt jetzt immer mehr Bewegung in die Sache. Schirme wippen im Takt, die Menschen darunter auch.

Christian Lanchimba (33) ist in Sachen Karneval allerdings anderes gewöhnt. Im September ist er aus Ecuador zu seiner Freundin nach München gezogen. Jetzt erlebt er zum ersten Mal den Fasching in München. „Mir gefallen die Leute, die trotz des schlechten Wetters verkleidet hergekommen und jetzt gut drauf sind“, sagt er. Er meint Leute wie Ralf Bauer (49) und Markus Wagner (46), die mit ihren bunten Outfits aus der Masse der vielen Nichtverkleideten herausstechen. „Das sind unsere Schlechtwetterkostüme“, ulkt Wagner. „Wir stehen hier jedes Jahr, um den Umzug zu sehen – egal wie das Wetter ist.“

Dann schlägt Bauer kritische Töne an. Weil in München nicht mehr getan werde für den Fasching. Also auch dafür, dass mehr Menschen zum Umzug der Damischen Ritter kommen. „Das ist doch auch eine Münchner Tradition, und nicht nur das Oktoberfest!“

Wo wird in München Fasching gefeiert? Hier gibt es den ausführlichen Überblick. Brigitta Wenninger

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