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Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) beim Tanz der Marktweiber auf dem Viktualienmarkt

Das sagt OB Reiter

Fasching in München: Warum trotz Zugunglücks gefeiert wurde

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München - Das schwere Zugunglück von Bad Aibling mit zehn Toten und mehr als 80 Verletzten hat deutschlandweit große Bestürzung ausgelöst. Dass am Dienstagvormittag in München der Tanz der Marktweiber dennoch unverändert stattfand, sorgt im Netz für Verwunderung.

In unserem Ticker zum Zugunglück von Bad Aibling halten wir Sie weiterhin mit Neuigkeiten auf dem Laufenden.

Als „pietätlos", „geschmacklos" und „zum Fremdschämen" bezeichnen einige Nutzer in den sozialen Netzwerken die Tatsache, dass die Veranstalter des Faschingstreibens rund um den Viktualienmarkt und den Marienplatz nicht auf das schwere Zugunglück von Bad Aibling reagiert haben. Auch vor Ort hatten sich einige gewundert, dass weder eine Schweigeminute noch eine Durchsage zu dem Unglück erfolgten.

Besonders in der Kritik der User stand dabei Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), der beim Tanz der Marktweiber mit auf der Bühne feierte. Über seine Sprecherin reagierte Reiter nun auf die Vorwürfe.

Erst spät vom Unglück erfahren

Reiter habe erst spät von dem Unglück erfahren, als der Rathauschef bereits auf der Bühne am Viktualienmarkt stand, erklärte die Sprecherin. Als das volle Ausmaß der Katastrophe nach und nach klar geworden sei, habe Reiter folgerichtig seine Teilnahme an allen weiteren Faschingsveranstaltungen abgesagt. „Seine Gedanken sind natürlich bei den Opfern, Angehörigen und Helfern“, so die Sprecherin weiter.

Auch das traditionelle Geldbeutelwaschen am Aschermittwoch wurde noch am Dienstag abgesagt, ebenso wie die Veranstaltungen sämtlicher bayerischer Parteien zum politischen Aschermittwoch.

Auch der Veranstalter verteidigt die Entscheidung, den Tanz der Marktweiber unverändert stattfinden zu lassen. „Die einzige Info, die wir hatten kam über das Handy, als der Fasching schon lief. Das Ausmaß dieser Katastrophe hat sich erst im Verlauf des Vormittags herausgestellt“, erklärte ein Sprecher des Kommunalreferats, das für die Münchner Markthallen und den Viktualienmarkt zuständig ist. Der Tanz der Marktweiber sei da schon fast wieder vorbei gewesen. 

Schweigeminute oder Abbruch schwierig

Das Abhalten einer Schweigeminute bezeichnete der Sprecher als „schwierig“. „Die Leute sind ja zum Teil auch schon beschwipst“, so die Erklärung. Eine Absage sei nicht im Raum gestanden: „Wir können die Leute nicht zwingen, nach Hause zu gehen.“ Die meisten Veranstaltungen im Großraum München hätten ebenfalls stattgefunden. Das war auch in Miesbach, das nur wenige Kilometer vom Unglücksort entfernt ist, der Fall.

Auch in den sozialen Netzwerken äußerten andere Nutzer Verständnis für die Veranstalter und die Feiernden. Viele verweisen auf die zahlreichen Todesfälle, die täglich in Deutschland und der Welt geschähen und keine Trauerfeiern nach sich zögen. „Tod und feiern schließen sich nicht aus.“, schreibt ein User. „Ist zwar alles sehr tragisch, aber das Leben muss auch weiter gehen“, kommentiert ein anderer.

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