Kultusministeriums-Pläne nicht ausreichend

Fast 20.000 Berufsschulplätze für Flüchtlinge fehlen

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München - Bisher konnten alle neu eingetroffenen Flüchtlingskinder an Schulen untergebracht werden. Das Problem liegt woanders: Denn den Berufsschulen fehlt es gewaltig an Kapazität.

Trotz aller Alarmmeldungen können für die neu eintreffenden Flüchtlingskinder bisher weitgehend problemlos Plätze in den Schulen bereit gestellt werden. Probleme gibt es allein bei den Berufssschulen. Hier ist die Lücke groß: Es fehlten fast 20.000 Plätze für Berufsschüler mit so genanntem Migrations- oder Fluchthintergrund, sagte die Vizepräsidentin der Regierung von Oberbayern, Maria Els. Bisher könnten vor allem die 16- bis 21-jährigen Flüchtlinge, die ohne Eltern nach Bayern kamen, in Berufsschulen gehen. „Sie haben absolut Vorrang“, sagte Els. Wer mit Familie kam, für den gibt es in aller Regel keinen Platz. Das bayerische Kultusministerium will allerdings zu Beginn des Schuljahres die Zahl der Plätze verdoppeln – dann könnten immerhin zwei von drei jugendlichen Flüchtlingen in eine Berufsschule gehen.

Besser gelingt derzeit die Unterbringung in Grund- und Mittelschulen. In Oberbayern gehen – Stand Anfang Januar – fast 56.000 Kinder mit ausländischer Staatsangehörigkeit in Grund- und Mittelschulen, 4000 mehr als ein Jahr zuvor. Schulpflichtig ist ein Kind drei Monate nach Beginn des Aufenthalts in Bayern. Als Orientierungsdatum gilt der Zeitpunkt, an dem dem Flüchtling eine so genannte Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender (nicht zu verwechseln mit einem regelrechten Asylantrag) ausgehändigt wird – was meist schon nach mehreren Tagen geschieht.

Die Regierung stelle laufend Lehrer ein, sofern es sie gibt. In Bayern wurden zum Beispiel an den Grund- und Mittelschulen im Januar weit über 100 Lehrer neu eingestellt, im Februar sollen weitere folgen. Ein Teil davon sind Gymnasiallehrer ohne Job, die nun umsatteln. „Augenblicklich ist es unsere Hauptsorge, wo wir die Lehrer herbekommen“, meinte Els. Es gebe aber „kreative Lösungen“, zum Beispiel seien bis jetzt in Oberbayern 150 pensionierte Volksschul-Lehrer zum Weitermachen überredet worden. Außerdem würden Teilzeit-Lehrer aufgerufen, auf Vollzeit umzustellen. Auch hier sind die Berufsschulen das Hauptproblem. Nach dem Aufruf an pensionierte Berufsschullehrer, noch mal einzuspringen, hätten sich ganze acht Personen gemeldet, berichtete Els. Der Berufsschullehrer-Mangel macht auch dem Kultusministerium Sorgen. Es kann hier zum Halbjahr nur 60 zusätzliche Lehrer in ganz Bayern einstellen.

Rubriklistenbild: © dpa

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