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Diesmal nicht als Angeklagter vor Gericht: Harald Zirngibl fordert Geld von einem ehemaligen Geschäftspartner.

Zirngibl will 7500 Euro

FC-Bayern-Erpresser vor Gericht - als Kläger

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München - Nach der Gerichtsverhandlung ist vor der Gerichtsverhandlung - das gilt zumindest für Harald Zirngibl. Der FC-Bayern-Erpresser tritt nun ausnahmsweise mal als Kläger auf.

Jetzt geht's um die Wurst! Der 16-fache Serienbankräuber und mutmaßliche FC-Bayern-Erpresser Harald Zirngibl (63) hat einen türkischen Würstchen-Händler verklagt. Trotz der außergewöhnlichen Umstände wird die Verhandlung am Landgericht am Freitag mit den beiden Kontrahenten und ihren Anwälten stattfinden. Nach Angaben eines Gerichtssprechers geht es um mehr als 7500 Euro, die der Besenstielräuber dem türkischen Händler Yilmaz C. lieh und die er nun zurückhaben will.

Sollte er recht bekommen, wird er an dem Geld - zumindest vorerst - wenig Freude haben. Denn Zirngibl sitzt seit dem 22. Februar wieder in Stadelheim in U-Haft wegen versuchter räuberischer Erpressung. Er muss mit einer erneuten, langjährigen Haftstrafe rechnen. In der Faschingszeit hatte er versucht, den FC Bayern mit Anschlagsdrohungen um drei Millionen Euro zu erpressen.

Harald Zirngibl.

Nach zehn Jahren Haft wegen 16 vollendeten Banküberfällen mit 73 Geiseln und 4,7 Millionen D-Mark Beute war der Besenstielräuber (er heißt so, weil er die Türen nach seinen Taten mit einem Stiel verriegelte) im Jahr 2009 auf Bewährung entlassen worden. Er schrieb ein Buch, formte Erotik-Skulpturen und versuchte, finanziell und gesellschaftlich Fuß zu fassen. Zuletzt jedoch kämpfte er um die nackte Existenz.

Meica-Würstchen bringen Deal ins Rollen

Im Dezember 2014 noch hatte er in die Geschäfte des Export-Kaufmanns Yilmaz C. investiert, der gerade mit einem finanziellen Engpass zu kämpfen hatte. Es ging um eine Ladung Meica-Würstchen, die in die Türkei exportiert werden sollten. Meica jedoch wollte nur gegen Vorkasse liefern. Da sprang Zirngibl in die Bresche. Doch das Geschäft ging schief. Zirngibl zog vor Gericht. Mit seinem Anwalt macht er einen Anspruch auf Darlehensrückzahlung sowie Gewinnauszahlung geltend. Der Händler schaltete einen renommierten Münchner Wirtschaftsanwalt ein. Yilmaz C. ist der Ansicht, dass es sich bei dem Geschäft um eine Gesellschaftsbeteiligung handelt. In diesem Fall hätte Zirngibl unter Umständen auch die Verluste aus dem Geschäft mitzutragen.

Am Freitag wird er für die Verhandlung aus Stadelheim abgeholt und bei Gericht vorgeführt.

Dorita Plange

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