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Vor der Allianz Arena kam es zu Ausschreitungen

Ermittlungen abgeschlossen

Derby-Ausschreitungen: 122 Verfahren gegen Ultras

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München - Knapp ein Jahr nach den schweren Ausschreitungen am Rande des Bundesliga-Derbys des FC Bayern gegen den 1. FC Nürnberg hat die Polizei die Ermittlungen abgeschlossen und der Staatsanwaltschaft 122 Verfahren gegen Ultra-Fans aus beiden Lagern übergeben.

Nach Angaben von Münchens Polizei-Vizepräsident Robert Kopp konnten 65 Straftäter identifiziert werden, davon 30 FC-Bayern-Anhänger. 57 weiteren Personen, davon 44 Nürnberg-Fans, konnten zwar Delikte zugeordnet werden, die Identität der Täter ist aber noch unklar.

Wie berichtet, hatte es vor der Begegnung am 13. April 2013 laut Polizei die seit Jahren heftigsten Auseinandersetzungen zwischen Fußball-Anhängern in München gegeben. Gegen 12.45 Uhr hatte die Polizei rund 400 Gäste-Fans aus Nürnberg zur Allianz Arena begleitet. Als der Tross die Brücke an der Maria-Goeppert-Mayer-Straße erreicht hatte, stürmten plötzlich Bayern-Fans auf Kommando eines bekannten Führungsmitgliedes der Ultras auf die Gäste zu. Ein Aufeinandertreffen konnte allerdings von den Polizeikräften verhindert werden. Parallel dazu attackierte jedoch eine zweite Ultra-Gruppe vom nahen Baumarkt-Parkplatz aus von der anderen Seite die Nürnberger. Die wiederum durchbrachen nun gewaltsam die Polizeikette und suchten die Schlägerei.

Unmittelbar danach zogen sich die Bayern-Ultras zurück – doch nun kam es laut Kopp zu massiven Ausschreitungen seitens der Nürnberger gegenüber der Polizei. Mehrfach wurden Beamte mit Händen und Füßen, Ästen und anderen Gegenständen geschlagen. Zudem wurden sie mit Steinen und Flaschen beworfen. „Dies alles ist durch Videoaufzeichnungen belegt“, sagt Kopp. Insgesamt wurden 17 Beamte teils erheblich verletzt, einem brach durch einen Fasutschlag die Nase.

Eine im Nachgang gegründete Ermittlungsgruppe konnte in monatelanger Arbeit insgesamt 122 Beteiligten verschiedene Straftaten zuordnen – von Landfriedensbruch bis zur gefährlichen Körperverletzung. In der Folge wurden auch Wohnungen von acht identifizierten Tätern durchsucht. Dabei kamen die Ermittler zu der Erkenntnis, dass es sich um eine organisierte Gewaltaktion von FC-Bayern-Ultras gehandelt habe. Die wüsten Attacken gegen Polizisten gingen indes von Nürnbergern aus, so Polizei-Vizepräsident Robert Kopp.

Bei den beiden Derbys in der aktuellen Bundesliga-Saison gab es ebenfalls Scharmützel, jedoch konnte die Polizei eine Gewalt-Eskalation wie im vergangenen Jahr im Keim ersticken.

Sven Rieber

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