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Hochbetrieb: Obsthändler im Großmarkt.

Entscheidung am Mittwoch

Feilschen um die Zukunft des Großmarkts

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Am kommenden Mittwoch soll der Stadtrat über die Zukunft des Großmarkts in Sendling entscheiden. Doch weniger als eine Woche vor der Sitzung herrscht noch immer Unklarheit über die Frage, wie es an dem Standort weitergehen soll.

München - In einem Punkt sind sich zwar alle Beteiligten einig: Die Großmarkthalle soll in Sendling bleiben. Doch wie das gelingen soll, bleibt im Dunkeln. Das Hauptproblem: „Die Finanzierung ist bisher nicht gesichert“, sagt CSU-Stadtrat Michael Kuffer. Die Gretchenfrage: Soll die Stadt die dringend benötigte Halle selber bauen oder einen Investor ins Boot holen? Die Beschlussvorlage des Kommunalreferats sieht ein solches Investorenmodell nicht vor, in den Fraktionen von CSU und SPD ist es dennoch heiß diskutiert worden. Und noch ist die Debatte nicht vorbei. Am Montag trifft sich die CSU-Fraktion zu ihrer abschließenden Beratung, die SPD-Fraktion will sich am selben Tag mit der Partei austauschen – und sich vorher nicht öffentlich zum Thema äußern.

Die Standortinitiative „Großmarkt in Sendling. Jetzt.“ warnt vor einer Investorenlösung. „Die Zeit für ein Investorenmodell ist noch nicht reif“, sagt Oliver Rob, der Sprecher der Standortinitiative. Zuvor müsse die Stadt grundsätzliche Fragen klären, etwa die, wie die neu zu bauende Halle denn nun konkret aussehen müsse. Außerdem befürchten die Händler, dass ein Investor die Kosten am Ende bei ihnen abladen könnte – in Form von deutlich höheren Mieten.

Mit der aktuellen Planung sind Politik wie Händler allerdings auch nicht sehr zufrieden. Nachdem sich abzeichnete, dass die Kosten bei der Planung aus dem Ruder liefen, sparte das Kommunalreferat, wo es ging. Die Händler fühlen sich dabei übergangen. In einer Stellungnahme lässt der Verband des bayerischen Fruchtimports und -großhandels kein gutes Haar an dem Entwurf. Das Urteil: Zu klein, zu unpraktisch, zu teuer. Eine Warmmiete von über 20 Euro pro Quadratmeter betrage „mehr als das Doppelte des Finanzierbaren.“ Zugleich decke der geplante Neubau mit seinen 23.000 Quadratmetern Nutzfläche gerade mal die Hälfte des tatsächlichen Flächenbedarfs. Und schließlich seien nur 87 Lkw-Rampen eingeplant, nötig wären aber 140.

Die bisherige Planung müsste also in jedem Fall noch einmal gründlich überarbeitet werden. „Die Stadt sollte natürlich keine Halle bauen, die die Nutzer gar nicht wollen“, mahnt Stadtrat Kuffer. Trotz aller Bedenken sei es wichtig, dass der Stadtrat am Mittwoch einen konkreten Projektauftrag vergibt, um nicht noch mehr Zeit bei der Planung des Neubaus zu verlieren.

Die CSU hat bereits angekündigt, dass eine geänderte Beschlussvorlage zur Entscheidung vorgelegt werde. „Wir fordern nun einen positiven Entschluss für einen Neubau der Großmarkthalle und eine zügige Umsetzung der weiteren Planungen unter Einbindung aller Beteiligten“, sagt Oliver Rob von der Standortinitiative.

Sollte der Stadtrat am Mittwoch für einen Neubau in Sendling stimmen, wäre das längst nicht der Schlussstrich unter die Diskussionen um die Zukunft der Großmarkthalle. Die eigentliche Planung ginge dann erst so richtig los. 

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