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Ferienbetreuung für Kinder wird immer beliebter.

Münchner Eltern können hoffen

Ferienbetreuung soll kein Problem mehr sein

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München - Für Eltern ist die Suche nach dem passenden Ferienangebot oft schwierig  und in den letzten Jahren noch schwieriger geworden. Wie die Stadt Abhilfe schaffen will - und, wo es wichtige Tipps gibt:

Berufstätige Eltern stehen jedes Jahr vor dem gleichen Problem: Wohin mit den Kindern während der 13 Wochen Schulferien?Auch wenn man zusammen als Familie in den Urlaub fährt, bleiben unweigerlich einige Wochen übrig, die nicht über den Urlaub der Eltern abzudecken sind. Ist das Kind nicht in einem Hort mit Ferienbetreuung und können weder Großeltern noch andere Helfer bei der Kinderbetreuung einspringen, wird es schwierig. Viele Ferienaktionen decken nur einige Stunden ab. Dementsprechend groß ist der Andrang bei den Angeboten der Stadt, die über einen oder mehrere Tage gehen. Die Ferienangebote des Stadtjugendamts München haben eine lange Tradition. Es gibt mehrtägige Ferienfreizeiten, etwa auf den Bauernhof, zum Reiten, ins Zeltlager oder ins Sportcamp. Dazu gibt es eintägige Erlebnisfahrten zu spannenden Ausflugszielen ins Umland. Viele Eltern haben als Kind selbst daran teilgenommen und melden jetzt ihre eigenen Kinder dafür an. 

Doch es gilt, schnell zu sein. Denn viele Fahrten sind schon binnen kurzer Zeit nach Anmeldestart ausgebucht. Nach Angaben des Sozialreferats sind die Angebote in der Regel zu 100 Prozent ausgelastet, teilweise sogar überbucht. Dazu gibt es oft lange Wartelisten – ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die Nachfrage und damit der Bedarf viel höher sind als das Angebot. Das belegt auch die Auswertung einer Eltern-Kind-Befragung zu den städtischen Sommerferienfreizeiten im vergangenen Jahr. 1747 Kinder haben an den insgesamt 24 ein- oder mehrtägigen Freizeiten teilgenommen. Auf die Frage, welches Angebot besonders interessant sei, machte der Großteil der Eltern sein Kreuzchen bei den Ferienfreizeiten über eine Woche. Ebenfalls die Mehrheit der befragten Eltern wünscht sich noch mehr Plätze. Hoch ist die Zufriedenheit mit der Qualität der Ferien-Angebote: Fast 90 Prozent der Eltern und Kinder vergaben dafür die Noten eins oder zwei. Besonders groß ist der Betreuungsbedarf erwartungsgemäß während der Sommerferien – laut Umfrage vor allem in den ersten drei Wochen. Auch viele freie Träger bieten mittlerweile Ferienbetreuung und viele Aktionen an, wie etwa der Kinderzirkus Lilalu der Johanniter. Diese Angebote sind nach Angaben der Stadt zu etwa 85 Prozent ausgelastet. Viele greifen nach Angaben des Jugendamts lieber auf das bewährte Angebot der Stadt zurück – zumal dieses viele mehrtägige Angebote umfasst. 

Die Stadt war nicht untätig bisher und hat ihr Programm stetig ausgebaut: Nahmen 2005 noch 1079 Kinder an den Ferienfreizeiten und rund 5000 an den eintägigen Erlebnisreisen teil, waren es 2014 schon 1864 und 6281 Teilnehmer – was bei den Freizeiten einen Anstieg von 73 Prozent bedeutet, bei den eintägigen Reisen 26 Prozent. Finanziert wurde der schrittweise Ausbau ohne zusätzliche Stellen im Jugendamt, ohne Beitragserhöhungen und mit Geld aus Stiftungen. Das Problem: Weil immer mehr Familien und Kinder in Not geraten, müssen sich die Ferienangebote die Stiftungsmittel mit immer mehr sozialen Institutionen und Projekten teilen. Ab diesem Jahr hätte das zur Folge, dass ohne zusätzliche Unterstützung der Stadt der aktuelle Umfang der Ferienplätze – trotz der großen Nachfrage – spürbar zurückgefahren werden müsste. „Für Münchner Familien und deren Kinder ist sowohl das breite Spektrum der Angebote der freien Träger als auch des städtischen Anbieters unverzichtbar“, heißt es in einer Beschlussvorlage von Sozialreferentin Brigitte Meier (SPD) für den Kinder- und Jugendhilfeausschuss des Stadtrats Anfang April. Um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden will sie das Angebot an mehrtägigen Freizeiten zudem auf mehr als 2000 Plätze ausbauen. Bei den eintägigen Angeboten sollen es mehr als 7000 werden. Das kostet Geld. Unter anderem weil es für Organisation und Durchführung mehr Personal braucht, insgesamt drei Vollzeitstellen. Zudem will das Sozialreferat die Aufwandsentschädigung für die Betreuer – sowohl bei den freien Trägern als auch bei den städtischen Anbietern – erhöhen. Im Schnitt erhält ein Betreuer derzeit pro Tag 54 Euro – für acht bis zehn Stunden Arbeit. Genug junge Leute für diese Aufgabe zu finden, wird Jahr für Jahr immer schwieriger. Das soll sich durch eine bessere Entlohnung ändern. Geplant sind – je nach Dauer, Qualität und Verantwortung – im Schnitt etwa 74 Euro pro Tag. Insgesamt wird das die Stadt rund 730 000 Euro pro Jahr kosten. Ausgaben, die laut Meier auch im Sinne der Eltern „unbedingt notwendig und zeitlich unaufschiebbar sind“. Bleibt abzuwarten, ob es der Stadtrat genauso sieht.

Infos zu Ferienangeboten gibt es im Internet unter www.ferien-muenchen.de. Das Jugendinformationszentrum hat hier die meisten Angebote mit Infos zu Inhalt und Anmeldung zusammengetragen. Ein Ampelsystem informiert, wo noch Plätze frei sind. Infos zu den Ferienangeboten des Kinderzirkusses Lila finden sich unter www.lilalu.org. Hinweise zu den Angeboten der Stadt gibt es unter www.muenchen.de/ferienangebote.

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