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Feueralarm im ehemaligen Hitler-Berghof Kehlsteinhaus

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Berchtesgaden - Ein Feueralarm im ehemaligen Hitler-Berghof Kehlsteinhaus im Berchtesgadener Land hat am Samstag mehrere Hundert Wanderer und Feriengäste in Aufregung versetzt.

Der Alarm war am Nachmittag aus zunächst unbekannter Ursache in dem Gasthof auf 1834 Metern Höhe ausgelöst worden, sagte ein Polizeisprecher.

Etwa 500 Gäste mussten in Sicherheit gebracht werden. Sie konnten erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit wieder ins Tal zurück, da der Alarm einen Aufzug im Gasthaus außer Betrieb gesetzt hatte.

Die Polizei ging zunächst von einem Schwelbrand im Maschinenraum als Auslöser für den Alarm aus. Allerdings seien keine Anzeichen für ein Feuer gefunden worden, sagte ein Sprecher am späten Abend. Daher nehme man an, dass der Feueralarm von einem technischen Defekt des Fahrstuhls ausgelöst worden sei.

Bergung per HubschrauberVerletzt wurde niemand. Wegen der ca. 1,5 m dicken Schneedecke konnten die Besucher des Ausfluglokals nicht ohne weiteres zu Fuß ins Tal gelangen. Zur Bergung der Gäste wurden vorsichtshalber insgesamt sechs Hubschrauber angefordert. Für die Einsatzkräfte war der Alarm eine Zitterpartie, da der Einbruch der Dunkelheit bevorstand und den Ausflüglern eine Nacht auf dem schneebedeckten Berg drohte. 15 Personen wurden per Hubschrauber ausgeflogen, weitere 85 Personen konnten über einen von der Bergwacht provisorisch freigeschaufelten und gesicherten Weg ins Tal geführt werden. Nach rund zwei Stunden gelang es Technikern den Aufzug wieder in Betrieb setzen, mit dem die übrigen Wartenden ihren Besuch auf dem Kehlstein beenden konnten. Der Aufzug fasst pro Fahrt 47 Personen.

Ursache der Notabschaltung unbekanntWarum sich der Fahrstuhl automatisch außer Betrieb gesetzt hatte und was die Ursache des Feueralarms war, ist weiter unbekannt. Eine Spezialfirma begann sofort nach der Evakuierung mit der Fehlersuche. Die Kripo Traunstein hat Ermittlungen aufgenommen.

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Rettungskräfte kannten sich ausDie Rettungskräfte berichten von einer besonders reibungslosen Zusammenarbeit, hatten sie doch genau dieses Szenario im Oktober 2004 bei einer Großübung inszeniert. Auch die große Geduld der Besucher des Kehlsteinhauses erleichtereten die Rettungsarbeiten.

Das Kehlsteinhaus ist das einzige Gebäude, das von Adolf Hitlers Alpenfestung am Obersalzberg übrig geblieben ist. Die NSDAP hatte Hitler das in Fels gehauene Kehlsteinhaus zum 50. Geburtstag geschenkt. Seit 1960 wird das Kehlsteinhaus vom Fremdenverkehrsverband des Berchtesgadener Landes verwaltet und privat als Berggasthof geführt. Wegen der spektakulären Lage gehört es zu den beliebtesten Ausflugszielen im Berchtesgadener Land.

(dpa/lby/fse)

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