Noch einige Jahre wird es die Kultfabrik wohl geben. ms

Flatrate-Party-Verbot in der Kultfabrik

München - Die Kultfabrik darf geöffnet bleiben, muss aber künftig für gesittetes Feiern sorgen. Flatrate-Partys sind dort künftig verboten.

Eigentlich sollte am 31. Dezember 2010 alles vorbei sein. Die Party-Areale „Kultfabrik und Optimolwerke“ am Ostbahnhof sollten dichtmachen und die Bulldozer anrollen. Doch dazu wird es erst einmal nicht kommen: Es gilt als so gut wie sicher, dass die Stadt den Betreibern eine Verlängerung genehmigen wird. Die Party im Osten wird wohl noch einige Jahre weitergehen - aber mit Auflagen. So soll Schluss sein mit Flatrate-Saufpartys.

Wie berichtet, ist auf dem Gebiet der Partymeilen das neue Stadtviertel „Rund um den Ostbahnhof“ (Rost) geplant. Doch die Planungen für das Mammut-Projekt verzögern sich massiv - mit einem Baubeginn ist in den nächsten Jahren nicht zu rechnen. Und weil das Gelände nicht brachliegen soll, liegt eine Verlängerung für die Nachtclubs nahe. Seit Monaten verhandeln nun die Betreiber und Grundstückseigentümer darüber intensiv mit der Stadt. Im städtischen Planungsreferat hieß es nun, man sei zuversichtlich, dass es in den nächsten Wochen eine Einigung gebe.

Das Problem: Der örtliche Bezirksausschuss (BA) und Anwohner haben sich immer wieder über die Partyzonen geärgert: Lärm, Müll und Verkehrsprobleme waren nur einige der Beschwerdepunkte. Allen Beteiligten ist klar: Wenn die Party weitergehen soll, muss es kultivierter zugehen.

Die Betreiber sind zu Zugeständnissen bereit und haben bereits ein entsprechendes Konzept vorgelegt, an dem die Stadt aber noch Nachbesserungen forderte. Über eine ganze Reihe von Verbesserungen ist man sich einig, wie Optimolwerke-Chef Mathias Scheffel erklärt: Es werde keine Flatrate-Partys und auch keine Ü16-Partys - also Feiern für Minderjährige zwischen 16 und 18 - mehr geben. Auch die Zahl der Nachtclubs soll sich verringern. „In Kultfabrik und Optimolwerken wird es wohl je einen Club weniger geben.“ Zudem werde ein gemeinsames Reinigungskonzept für die Partyzonen eingeführt. Auch sollen sie offener und durchlässiger werden.

Der BA begrüßt diese Ideen. Doch während Scheffel von einer Verlängerung über fünf Jahre ausgeht, wären den Lokalpolitikern drei Jahre lieber. Differenzen gibt es auch beim Zeitplan: Der BA dringt darauf, dass einige Verbesserungen schneller umgesetzt werden, als dies die Betreiber ursprünglich anboten. „Aber es sieht so aus, als könnten wir uns da einig werden“, sagt BA-Vizechef Robert Kulzer. Doch er stellt noch eine andere Bedingung: Man wolle nur zustimmen, wenn die Planungen für das neue Viertel Rost konkret vorangetrieben werden. Da sieht die Stadtverwaltung jedoch kein Problem: Denn in diesem Jahr solle endlich das Bebauungplanverfahren für Rost beginnen, heißt es.

Johannes Patzig

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